Im Durchschnitt kosten die Produkte zwischen 3.200 und 49.500 Euro je Patient und Jahr. Die CKK schlägt daher die Verwendung billigerer Alternativen vor, deren Patentschutz abgelaufen ist.
In den letzten Jahren sind die Arzneimittelausgaben in unserem Land stark gestiegen. Die Gesamtkosten für die Krankenversicherung betrugen 2014 noch vier Milliarden Euro. Bis 2018 stieg diese Zahl auf mehr als viereinhalb Milliarden. Jedes Jahr wird das Budget für Arzneimittel überschritten. Dies ist auf die Markteinführung einer ganzen Reihe von Medikamenten – insbesondere zur Behandlung von Krebs – zurückzuführen, die oft sehr teuer sind. Eines haben diese Produkte gemeinsam: Sie sind in Apotheken kaum erhältlich.
Zur Erstellung des Rankings konzentrierte sich die CKK daher auf jene Medikamente, die der Krankenhausapotheker ambulanten Patienten aushändigt. Tatsächlich sind die Ausgaben in den letzten Jahren vor allem in dieser Arzneimittelkategorie enorm gestiegen: von einer Milliarde Euro im Jahr 2014 auf fast 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2018. Allein für CKK-Mitglieder lag der Betrag 2018 bei 271 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 247 Millionen – ein Plus von zehn Prozent in einem Jahr. Paradoxerweise ist die Zahl der Patienten, die eine Erstattung für diese Medikamente erhalten, nur um sechs Prozent gestiegen. Hochgerechnet auf die gesamte belgische Bevölkerung übersteigt dieser Betrag 700 Millionen Euro.
Auch die Kosten pro Patient sind hoch: 2018 erhielten beispielsweise 1.244 CKK-Mitglieder das Krebsmedikament Nivolumab. Für jeden Patient zahlte die Krankenkasse 38.000 Euro, was einer Gesamtkostenbelastung von 47 Millionen Euro entspricht. Für Lenalidomid, ein Produkt zur Bekämpfung bestimmter Krebsarten, die das Rückenmark und die Lymphknoten befallen, lagen die durchschnittlichen Ausgaben für jeden der 971 Patienten ebenfalls bei 38.000 Euro, was einer Bilanz von fast 37 Millionen Euro entspricht. Vervollständigt werden die Top-Drei durch Infliximab, einem Mittel gegen Gelenkentzündungen, Psoriasis und chronische Darmentzündungen: 3.635 Patienten erhielten zusammen fast 29 Millionen Euro, was pro Patient durchschnittlich 7.900 Euro bedeutet. Dabei handelt es sich jeweils um Bruttobeträge. Für mehrere dieser Mittel wurden mit der Ministerin für Soziales und Gesundheit, Maggie De Block (Open VLD), Verträge abgeschlossen, dank derer die Hersteller einen Teil der Kosten zurücküberweisen.
Damit die Krankenkassen weiterhin die Kosten für neue, kostspielige Therapien zurückerstatten können, fordert Jean Hermesse, Generalsekretär der CKK, mehr Transparenz seitens der Pharmaindustrie. „Heute können wir nicht sagen, ob die Kosten für diese Arzneimittel gerechtfertigt sind“, so Hermesse. „Und je mehr wir für Medikamente ausgeben, desto weniger Ressourcen können wir für andere Bereiche des Gesundheitswesens einsetzen, in denen ebenfalls Bedarf besteht. Wir müssen die billigeren Alternativen, deren Patentschutz abgelaufen sind, voll ausschöpfen.“ Die Statistik zeige, dass die Gesamtkosten eines Moleküls, für das ein Biosimilar auf den Markt komme, sinken. „Wir ermutigen die Ärzte, diese Moleküle zu verschreiben, damit die Hersteller es interessant finden, sie auf dem belgischen Markt einzuführen“, so Hermesse. (red)

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