Die Erkenntnis dürfte kaum überraschen, sollte dafür aber nicht minder besorgniserregend sein. Aber die private Haushaltsverschuldung zur Rückzahlung eines Kredits ist in den letzten zehn Jahren in unserem Land beträchtlich (manche sagen auch: beängstigend) gestiegen. Nach Erhebungen des jüngsten European Property Index von Deloitte machte die Belastung in besagtem Zeitraum einen Spruch von fünfzig Prozent.
Hieß es früher gängigerweise, eine Kreditbelastung solle auf gar keinen Fall ein Drittel (maximal vierzig Prozent) des monatlichen Einkommens übersteigen, überspringen die Raten heute zunehmend die Fünfzig-Prozent-Hürde. Eine „Schallmauer“, die selbst bei geringen beruflichen oder persönlichen Erschütterungen ins Wanken geraten kann, wie ein ungenannter Bankfachmann auf Nachfrage zu bedenken gibt.
Selbst wenn seine gut gemeinten Ratschläge bei den Kreditnehmern meist wie an einer Mauer abprallen. Dann holten die Interessenten ganz einfach ein attraktiveres Angebot bei einem anderen Geldinstitut ein, das „mit solchen Überlegungen weniger sensibel umgeht“ (O-Ton).
Wieder mal eine Entwicklung, wo Belgien europaweit die Nase vorn hat. Nur leider eine recht anrüchige Spitzenposition?! Der Grund ist ein doppelter - einerseits die gestiegene Zahl Kreditanträge (was angesichts der niedrigen Zinslast nicht verwundert), andererseits das nahezu explodierende Anleihevolumen (dank des großzügigen Entgegenkommens der Banken, die untereinander in einem harten Wettbewerb stehen).
Einen regelrechten Boom registrierte Flandern, wo die Antragsteller die Notariate förmlich stürmten. Der Grund: Die neue Regierung hat zum neuen Jahr eine Anpassung respektive Streichung des „geïntegreerde woonbonus“ in der bestehenden Form angekündigt.

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