Was war passiert? Am Montagabend vermeldete der KV Kortrijk den Wechsel von Faiz Selemani. Kurz darauf sprach Union Saint-Gilloise von einer „direkten Attacke des KV Kortrijk auf das Transfersystem.“ Selemani, in der Vorsaison immerhin gut für 17 Tore, liebäugelte schon länger mit einem Vereinswechsel. Um ihn zu „beruhigen“, schob Saint-Gilloise den Angreifer vorübergehend in die B-Mannschaft. Soweit, so gut. Als der Spieler plötzlich bestens gelaunt zum Training der A-Mannschaft erschien und sich weigerte, die Kabine zu verlassen, mussten Sicherheitskräfte eingreifen. Ein gefundenes Fressen für Selemani, der sich umgehend via Anwalt meldete, seinem Arbeitgeber einen schweren Fehler unter die Nase rieb und daraufhin seinen Vertrag einseitig aufkündigte. Folglich wechselte er ablösefrei nach Kortrijk. Nach einer Situation, die er selbst (und sein Umfeld) provoziert hatte.
Erst vor wenigen Wochen hatte sich Alexis de Sart auf ähnlich unkorrekte Art und Weise seinen Weg von Sint-Truiden zum FC Antwerp freigeräumt. Der Mittelfeldspieler pochte darauf, dass Vertragsmodalitäten nicht in der richtigen Sprache festgehalten wurden und beendete das Arbeitsverhältnis einseitig. Peter Croonen, der Vorsitzende der Pro League, reagierte gegenüber „Het Laatste Nieuws“ besorgt auf die jüngsten Entwicklungen: „Wir müssen dafür sorgen, dass sich die individuellen Belange der Klubs und Spieler und die kollektiven Interessen nicht im Weg stehen.“ So würde auf lange Sicht jeder verlieren. (mn/belga)

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