Fünf Prozent in fünf Jahren - sicher nicht unbedingt eine Quote, die zur Immobilienspekulation motiviert, wie Renaud Grégoire namens der Fédération des Notaires mit Blick auf den tatsächlichen Preiszuwachs respektive die belegbare Wertsteigerung für einen Hauskauf in Belgien im Zeitraum 2014 bis 2019 unterstreicht (siehe auch oben).
Damit nicht genug: Der finanzielle Zugewinn deckt nicht mal die Einregistrierungsgebühren in Höhe von 12,5 Prozent, die in Brüssel und in der Wallonie beim Immobilienerwerb anfallen.
Dennoch dürfen sich potenzielle Verkäufer, die diesen Schritt in den letzten Jahren aus welchen Gründen auch immer hinausgezögert haben, aktuell über ein spürbares Plus von 30.000 € bei Häusern (im Schnitt heute 260.145 €) und 26.000 € bei Appartements (im Schnitt heute 229.820 €) freuen.
Denn, wie gesagt, die Nachfrage ist ungebrochen. Nur kauft der Belgier vornehmlich zum Eigenbedarf. Die Folge: Heute leben zumindest in Flandern und der Wallonie circa siebzig Prozent in ihren eigenen vier Wänden. Erkennbar anders aufgestellt ist dagegen der Immobilienmarkt in der Hauptstadt, wo der Anteil an Mietobjekten deutlich über dem nationalen Schnitt liegt.
Was logischerweise nur noch einen begrenzten Handlungsspielraum für Spekulation respektive Spekulanten lässt. Mit anderen Worten: Das Risiko einer ebenso unerwarteten wie heftigen Überhitzung wie vor rund einem Jahrzehnt scheint nicht gegeben.
Zumal bei einem möglichen Preisverfall kaum die Gefahr besteht, dass plötzlich reihenweise Immobilien abgestoßen würden. „Falls der Immobilienmarkt ins Schlingern geraten sollte“, so Renaud Grégoire, „wird dennoch jeder in (s)einem Bett schlafen müssen. Jedenfalls wird kaum jemand Eigentum abstoßen wollen oder können, falls die Immobilienpreise plötzlich wieder rapide nach unten gehen sollten.“
Zementiert wurde in den vergangenen sechs Monaten ebenfalls der Trend, im Erwerb einer Immobilie eine berechenbare, beständige und langfristige Wertanlage zu sehen. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen und der ungebrochenen Kreditfreudigkeit der Banken sicher keine Überraschung.

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