Inflation frisst Preissteigerung auf

<p>Da sich immer mehr Belgier ein Leben in den eigenen vier Wänden leisten (möchten), bleibt auf dem nationalen Immobilienmarkt schlichtweg zu wenig Spiel- respektive „Wohn“raum für risikobelastete Spekulationsgeschäfte.</p>
Da sich immer mehr Belgier ein Leben in den eigenen vier Wänden leisten (möchten), bleibt auf dem nationalen Immobilienmarkt schlichtweg zu wenig Spiel- respektive „Wohn“raum für risikobelastete Spekulationsgeschäfte. | Fotos: Fotalia

Eine unverrückbare Erkenntnis jedoch vorab! Es steht außer Frage, dass der Immobilienmarkt zwischen Ostende und Eupen, zwischen Antwerpen und Arlon weiter boomt. Sehr zum Gefallen der Branche, die im ersten Halbjahr ein neuerliches Plus bei den Transaktionen verzeichnete.

So belegt das Quartals„barometer“ der Fédération des Notaires (Fednot) einen Anstieg um 7,7 Prozent, heißt: insgesamt 6.400 Immobilien mehr, hierunter mit 7,2 Prozent vor allem in der Wallonie ein Zuwachs über Norm.

Reelles Plus bei fünf Prozent in fünf Jahren

Nur weisen Experten ausdrücklich darauf hin, dass die durchschnittliche Verteuerung eines Hauses auf aktuell 260.145 € im Grunde der „Scan“ zu zwei präzisen Momenten ist. Was im Umkehrschluss nicht zwangsläufig heißt, dass ein Anbieter nun in der Tat mit einer Zusatzeinnahme im fünfstelligen Bereich rechnen muss, drücken die Notare aus guten Grund nachdrücklich auf die finanzielle Euphoriebremse.

Im Vergleich zum gesamten Vorjahr, also beide Semester, beläuft sich der nominelle Preisanstieg demnach auf 4.300 €, was ein Plus von 2,1 Prozent darstellt.

Dessen ungeachtet weist der Trend im Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre beständig nach oben. Ein Zeitraum, sprich: von 2014 bis 2019, in dem die Branche beim Hauskauf ein Plus von 13,2 Prozent verzeichnete. Freilich hat sich im gleichen Zeitraum die Inflation auf 8,2 Prozent „hochgeschaukelt“, so dass die reelle Wertsteigerung sich auf 5 Prozent einpendelt.

HINTERGRUND: Generation „Y“ wird sesshaft

Als eine zunehmend wichtigere Klientel hat die Branche in der Zwischenzeit allerorts die so genannte Generation „Y“ ausgemacht. Eine Kundschaft, die förmlich auf den Immobilienmarkt drängt, da sie einerseits über ausreichend Kaufkraft für den Schritt zum Eigenheim verfügt, andererseits ein deutlich verändertes Kaufverhalten an den Tag legt als die Generationen zuvor. Und das im Grunde gegen den ansonsten für „Millennials“ oder „Digital Natives“ gängigen Trend. Denn... Ein eigenes Auto? Braucht kein Mensch, kann ich sharen! Pauschalreisen? Viel zu unflexibel! Doch wenn es um die eigenen vier Wände geht, werden selbst dreißigjährige „Freigeister“ zu wertkonservativen Jüngern der Bausparbranche. Ein Widerspruch? Nicht wirklich: Aufgewachsen zwischen Terrorangst und Finanzkrise, gelten die heute Spätzwanziger in ihrer Verunsicherung strukturkonservativ, heißt: nüchtern und teils gar spießig. Für diese sesshaft gewordene Generation „Y“ ist die Sehnsucht nach einer Eigentumswohnung die offensichtliche Reaktion auf viele ihrer Ängste. Wo gehöre ich hin? In meine Wohnung natürlich. Explodierende Mieten? Nicht mehr mein Problem

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