Zweiter belgischer Etappensieg durch Thomas De Gendt, Alaphilippe wieder in Gelb

<p>Thomas De Gendt konnte sein Glück nicht fassen.</p>
Thomas De Gendt konnte sein Glück nicht fassen. | Foto: Photo News

Nach 200 Kilometern von Mâcon nach Saint-Etienne siegte der 32-jährige De Gendt mit sechs Sekunden Vorsprung auf Thibaut Pinot (F/Groupama) und Alaphilippe. Die beiden Franzosen nahmen in der vorletzten Steigung des Tages die Verfolgung von De Gendt auf, der als letzter von vier Ausreißern noch vor dem Feld der Favoriten fuhr, schafften es aber nicht, ihren Rückstand ganz wettzumachen.

Mit 26 Sekunden Rückstand entschied der Australier Michael Matthews (Sunweb) den Sprint des Feldes vor dem Slowaken Peter Sagan (Bora-hansgrohe) für sich.

Alaphilippe holte sich dank zweier Zeitgutschriften nach zwei Tagen das Gelbe Trikot vom Italiener Giulio Ciccone (Trek - Segafredo) zurück. Im Generalklassement führt Alaphilippe mit 23 Sekunden Vorsprung vor Ciccone und mit 53 Sekunden Vorsprung vor Pinot. Titelverteidiger Geraint Thomas (GB/Ineos), der einen Sturz 15 Kilometer vor dem Ziel unbeschadet und schlussendlich ohne Zeitverlust überstand, ist Fünfter (1:12) vier Sekunden vor seinem kolumbianischen Mannschaftsgefährten Egan Bernal.

De Gendt sammelte unterdessen 29 Kletterpunkte und verbesserte sich in dieser Wertung auf den zweiten Platz hinter seinem Mannschaftsgefährten Tim Wellens.

Für Thomas De Gendt, der auch als angriffslustigster Fahrer ausgezeichnet wurde, war es der zweite Etappensieg bei der Tour de France nach 2016, als er am Mont Ventoux gewann. Ein Erfolg, der im allgemeinen Tohuwabohu fast vollständig unterging. Der spätere Gesamtsieger Chris Froome legte damals nach einem unverschuldeten Zusammenstoß mit einem Begleitmotorrad mehrere Hundert Meter zu Fuß zurück.

„Anfangs fand ich, dass vier Ausreißer eigentlich zu wenig waren“, so Thomas De Gendt nach der Zielankunft. „Aber man muss immer das Beste aus einer Situation machen. In der Mannschaft hatten wir abgesprochen, dass jemand mit ausreißen sollte, um so Bergpunkte zu sammeln und das Trikot von Tim Wellens zu verteidigen. Bei einer größeren Ausreißergruppe wäre Tim mit dabei gewesen.“

“Man hat uns nie viel Vorsprung eingeräumt, aber in den Anstiegen merkte ich, dass ich viel Kraft in den Beinen hatte. 70 Kilometer vor dem Ziel haben Alessandro De Marchi und ich dann voll durchgezogen, und plötzlich hatten wir vier Minuten Vorsprung. Das war der Moment, als wir begannen, an unsere Chance zu glauben. Es ging darum, bergauf wie bergab Höchsttempo zu fahren. Bisweilen flirtet man dann mit einem Sturz, aber das ist erforderlich, wenn du gewinnen willst.“

De Gendt sprach von sehr harter Arbeit. “Wir haben nie nachgelassen. Wir haben praktisch ein 200 Kilometer langes Finale gefahren. Der heutige Tag war mir auf den Leib geschrieben. Nicht zu lange Anstiege und nicht zu steil. Und wenn du wie ich heute Wunderbeine hast, dann klappt das.”

Einen ganz schlechten Tag erwischte Dylan Teuns (Bahrain-Merida), der am Donnerstag an der Planche des Belles Filles noch für den ersten belgischen Etappensieg gesorgt hatte und vor dem Start in Mâcon noch den dritten Platz im Generalklassement belegte. Der 27-Jährige musste die Favoriten früh ziehen lassen und kam mit dem „Bus“ der Sprinter ins Ziel.

172 Fahrer erreichten das Ziel: Tejay Van Garderen (USA/Education First), der sich bei einem Sturz am Freitag die linke Hand gebrochen hatte, startete nicht, und Nicolas Laporte (F/Cofidis) gab unterwegs auf.

Am Sonntag dürften sich die französischen Fahrer besonders ins Zeug legen, findet die neunte Etappe doch am Nationalfeiertag statt. Auf den 170,5 Kilometern von Saint-Etienne nach Brioude sind drei Bergwertungen zu meistern. Am schwierigsten wird die durchschnittlich elf Prozent steile Mur d'Aurec-sur-Loire, die allerdings schon nach 44 Kilometern ansteht.

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