Brüssel ist ja zwei Tage lang der Nabel der Radsportwelt, weil Eddy Merckx vor 50 Jahren den ersten seiner fünf Gesamtsiege feierte. Dass das zumeist sehr spektakuläre Mannschaftszeitfahren schon als zweite Etappe in den Tourplan aufgenommen wurde, ist eine weitere Hommage an den „Kannibalen“: Mit seinem Faema-Team gewann Merckx 1969 das Mannschaftszeitfahren in seinem Heimatort Woluwé-Saint-Pierre und entriss so Rudi Altig das am Vortag eroberte Gelbe Trikot.
Der rein innerstädtische Parcours ist für die Anwohner nicht ganz einschränkungsfrei. Der gesamte Streckenverlauf quer durch die Stadt ist von 6 bis 20 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Autofahrer, die über die E40 Richtung Brüsseler Zentrum wollen, werden von der Polizei auf den Ring umgeleitet.
Der 27,6 Kilometer lange Kurs am Sonntag zwischen dem Königlichen Palast und dem Atomium verspricht ein Hochgeschwindigkeitsrennen. Topografisch gibt es keine großen Herausforderungen, aber einige technische Kurven und Kreisverkehre, die Steuerkünste und ein gutes Rhythmusgefühl erfordern.
Vom Palast zum Atomium: Was nur eine Handvoll Kilometer an Luftlinie auseinander liegt, führt die Teams auf eine 27,6 Kilometer lange Stadtrundfahrt durch Brüssel. Die ersten 15 Kilometer sind teils kurvig und mit einigen Kreisverkehren gespickt, danach geht es auf breiter Straße Vollgas Richtung Ziel. Die letzten vier Kilometer führen aber permanent leicht bergan und auf den letzten 1,5 Kilometern warten nochmals eine enge Linkskurve sowie drei Kreisverkehre. Wer den kollektiven Kampf gegen die Uhr gewinnen will, braucht eine homogene Mannschaft, die auch auf den letzten Metern zusammenbleibt. Der Fahrer des Siegerteams, der als Erster die Ziellinie überquert, dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit auch der neue Träger des Gelben Trikots sein.
Wer sind die Favoriten?
Wenn nach den Favoriten für das Teamzeitfahren gefragt wird, dann fallen am häufigsten die Namen Ineos (mit Titelverteidiger Geraint Thomas und Egan Bernal), Education First, Mitchelton-Scott, Bahrain-Merida und Jumbo-Visma (mit unter anderem Wout Van Aert, dem Landesmeister in dieser Disziplin, sowie Ex-Weltmeister Tony Martin). Zudem wird das niederländische Team, das um 16.15 Uhr als letzte Mannschaft von der Startrampe rollen wird, alles daran setzen, das Gelbe Trikot von Mike Teunissen zu verteidigen.
Auf der anderen Seite werden Teams wie Movistar (Nairo Quintana), Ag2R (Romain Bardet) oder Cofidis (Thibaut Pinot) auf maximale Schadensbegrenzung aus sein, um die Chancen ihrer Spitzenfahrer im Kampf um Podiumsplätze zu wahren.
Die Zeitnahme erfolgt wie üblich beim vierten Fahrer des Teams, der die Ziellinie am Atomium überquert. Zwischenzeiten werden am Bois de la Cambre (km 13,2) und in Schaerbeek (km 20,1) genommen
Fuglsang und Groenewegen müssten dabei sein.
Jakob Fuglsang (DK/Astana) und Dylan Groenewegen (NL/Jumbo-Visma), die beiden prominentesten Opfer der stürze der Samstagetappe, müssten am Sonntag beim Zeitfahren dabei sein. Groenewegens niederländische Mannschaft meldeten am Samstagabend, dass der Sprinter sich keine ernsthaften Verletzungen zugezogen: "Dylan ist enttäuscht von seinem Resultat, freut sich aber sehr über den Etappensieg von Mike Teunissen."
Fuglsang überstand seinen spektakulären Crash ohne den befürchteten Knochenbruch. Er zog sich Prellungen am rechten Knie und an den Rippen zu. Zudem musste eine offene Wunde über Augenbraue mit vier Stichen genäht werden.
Startzeiten
14.30 Uhr Ineos
14.35 Uhr Arkea-Samsic
14.40 Uhr Astana
14.45 Uhr Groupama-FDJ (Fra)
14.50 Uhr AG2R La Mondiale (Fra)
14.55 Uhr Movistar (Esp)
15.00 Uhr Total Direct Energie (Fra)
15.05 Uhr CCC (Pol)
15.10 Uhr UAE Team Emirates
15.15 Uhr Trek-Segafredo
15.20 Uhr Katusha Alpecin
15.25 Uhr Cofidis
15.30 Uhr Dimension Data
15.35 Uhr Sunweb
15.40 Uhr Bora-hansgrohe
15.45 Uhr Lotto Soudal
15.50 Uhr Mitchelton-Scott
15.55 Uhr Bahrain-Merida
16.00 Uhr EF Education First
16.05 Uhr Deceuninck – Quick-Step
16.10 Uhr Wanty-Gobert
16.15 Uhr Jumbo-Visma



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