Ostbelgische Schützen sammeln 14.000 Euro für Noés Delfintherapie

<p>Glücklich nimmt der kleine Noé begleitet von seiner Mutter und seiner Schwester den Scheck über 14.000 Euro entgegen.</p>
Glücklich nimmt der kleine Noé begleitet von seiner Mutter und seiner Schwester den Scheck über 14.000 Euro entgegen. | Fotos: Klaus Schlupp

„Dafür gibt es keine Worte“, sagt Noés Mutter Cindy Paasch. 14.000 Euro hat das Benefizschießen des Ostbelgisches Stangenschützenverbandes und der frankofonen Nachbarn unter dem Motto „Ein Flipper für Noé“ ergeben. Auch das GrenzEcho unterstützte die Aktion für den Jungen aus Raeren, der an einer seltenen Chromosomstörung leidet. Jetzt hofft die Familie, dass eine Delfintherapie in der Türkei dem Jungen ein wenig helfen kann. „Wunder erwarten wir nicht“, sagt die Mutter. Aber wenn die „Flipper“ dem Siebenjährigen helfen können, Motorik und Sprachvermögen zu verbessern und ihm später ein selbständigeres Leben ermöglichen, ist auch viel gewonnen. Geradezu baff ist auch René Zimmermann von den Stangenschützen. „Ich hatte mit 4.000 Euro gerechnet, 7-8.000 Euro erhofft und 14.000 Euro sind es geworden“, sagt der Organisator der Spendenaktion.

Das Geld wird für Delfintherapien in der Türkei benötigt.

Cindy Paasch bedankt sich noch auf besondere Weise bei den Spendern. Sie hat Sponsoren bei örtlichen Reiseveranstaltern gewonnen und so drei Schützen zu einer kleinen Reise verholfen. Das oft gebrauchte Wort „Schützenfamilie“ ist keine Floskel. Auch Cindy Paasch ist Schützentochter, und Hilfe gibt es eben in der Familie besonders wenn sie so groß ist wie die Schützen. Noé weiß jedenfalls ganz genau, was ihn erwartet und er freut sich schon riesig darauf, im August in die Türkei zu fahren und mit den Delfinen auf Tuchfühlung zu gehen. Das übriggebliebene Geld behält er für weitere Therapien, die ihm helfen können, trotz Krankheit ein gutes Leben zu führen.

Natürlich sind Schützen nicht nur wohltätig, sie schießen auch. „Helmut, du bist dran“, ruft es, und OSV-Präsident Helmut Ernst verlässt das Pressegespräch und geht zu einer riesigen Donnerbüchse und schiebt eine selbstgemachte Patrone in den Lauf. Rumms, und der Vogel muss ein paar Federn lassen, aber er bequemt sich nicht, herunterzufallen. Das Schießen mit dem schweren Gewehr und Bleikugeln – normalerweise auf Sterne – ist eine Spezialität des Eupener Landes, die sowohl in der Eifel als auch im benachbarten Deutschland unbekannt ist. Für den Präsidenten ist die Büchse nicht das übliche Schießzeug. Die Waffe, die Helmut Ernst in seinem Schützenverein in Eupen-Nispert schießt, ist die Armbrust. Dann ertönt lauter Jubel von der Schießbahn. Theo Kremer von den Stephanusschützen aus Walhorn hat das Biest im 135. Schuss von der Stange geholt und liegt seinen Schützengeschwistern in den Armen. Und dabei ist er erst ein Jahr dabei und schon ostbelgischer Schützenkönig. Seine Frau Andrea hat ihn in den Verein geholt, und ihm gefällt es. „Es ist eben eine schöne Clique bei den Schützen“, sagt er und wendet sich dem nächsten Gratulanten zu.

Während bei den Großen der Vogel schon gefallen ist, schießt Jannis Goor noch fleißig. Der 15-Jährige schießt wie alle Altersgenossen mit dem Luftgewehr. Nachwuchs könnten die Schützen gebrauchen, auch wenn das beim Königsschießen nicht auffällt. Denn beim Prinzenschießen darf jeder Jungschütze mitmachen, während um den König nur Vereinskönige schießen dürfen. Und es dauert etwas länger, das Vieh ist zäh. Und wieder Jubel: Loïc Leyens von den Kettenisser Sebastianusschützen hat es im 251. Schuss geschafft. Der Zehnjährige hat großen Spaß beim Schießen.

Jetzt, wo auch der Prinz feststeht, stehen die Schützen aus Astenet am Tisch und trinken das eine oder andere kühle Blonde. Andere genehmigen sich eine leckere Fritte von Angelique. Denn das gehört dazu, genau wie das Schießen und der Festzug mit der Harmonie Hombourg, den Trommlern und Pfeifern aus Raeren und der Drumband aus Henri-Chapelle, die Stimmung im Dorf machen. Mit der Siegerehrung, bei der es Königsketten, Pokale und Medaillen der Wettbewerbe in diversen Klassen gibt, geht der Abend zu Ende. Für Noé und seine Familie wird der Tag noch lange in guter Erinnerung bleiben.

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