„Es wird Wechsel geben“, hatte AS-Cheftrainer Felice Mazzu nach der schlappen zweiten Hälfte bei der 1:2-Niederlage gegen Virton angedroht – und Wort gehalten: Gegen Lierse strich er Simakala, Delaurier-Chaubet, Müller und Fixelles aus der Startelf. Für sie begannen Di Matteo, Caliskan, Marechal und Kikas. Ein Umbau, der nicht ganz ohne Risiko war: Nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie standen die Eupener unter Druck.
Lierse SK 2:3 AS Eupen
Warum Mazzu seine Mannschaft vor einer unangenehmen Aufgabe gewarnt hatte, zeigte sich in der Anfangsphase: Lierse setzte immer wieder Nadelstiche, wirklich brenzlig wurde es zunächst aber auf keiner Seite. Ab der 18. Minute ging es dafür Schlag auf Schlag: Nach einer Hereingabe von Youndje sorgte Kikas mit einem herrlichen Fallrückzieher für die Eupener Führung. Nur zwei Minuten später lag bereits die Vorentscheidung in der Luft, als Nadje nach einem tollen Pass von Youndje alleine auf De Smet zustürmte und das 0:2 nachlegte.

Eupen am Ziel? Im Gegenteil: In der 25. Minute zeigte Schiedsrichter Loockx nach einer Videochallenge von Lierse auf den Elfmeterpunkt. Zuvor hatte er das Foulspiel an Himpe nicht geahndet. Nachdem er den Strafstoß doch gegeben hatte, zeigte Loockx zunächst Plastun die Gelbe Karte – und lag damit falsch. Erneut wurde der Schiedsrichter zum Bildschirm an der Seitenlinie gebeten. Tatsächlich hatte der bereits verwarnte Paeshuyse das Foul begangen. Loockx korrigierte seine Entscheidung und schickte den Eupener Verteidiger mit Gelb-Rot vom Platz. Lierse verkürzte vom Punkt auf 1:2, Eupen musste seine Führung über eine Stunde lang in Unterzahl verteidigen.

Mazzu reagierte sofort und brachte Precious für den sichtlich angefressenen Caliskan. Auf dem Platz blieb die Partie hektisch, nahm zeitweise sogar chaotische Züge an. So auch kurz vor der Pause: Nach einer guten Chance von Lierse auf das 2:2 schlenzte Nadje den Ball auf der Gegenseite zum vermeintlichen 1:3 ins Tor – doch der Treffer zählte nicht. Warum, war zunächst unklar. Wieder wurde die Szene überprüft, wieder lief Loockx zum Bildschirm, ehe er ein Foulspiel von Kikas in der Entstehung des Treffers ahndete.
1:2 statt 1:3 – zumindest vorerst. Denn mit der letzten Aktion einer wilden ersten Hälfte segelte ein Freistoß der AS durch den Strafraum von Lierse, ehe Van Genechten zum dritten Tor der Gäste einköpfte.

Nach der Pause blieb die Partie hektisch: Lierse verkürzte durch Vanderhallen schnell auf 2:3. Vier Minuten später wäre die AS Eupen ihre Führung um ein Haar los gewesen, als Mitrovic aus der Drehung den Pfosten traf. Hiller wäre bei diesem Schuss chancenlos gewesen – und seine Mannschaft wackelte nun bedrohlich.
Mit einem Doppelwechsel versuchte Mazzu gegenzusteuern und brachte Nuhu und Delaurier-Chaubet. Auf dem Platz kämpfte seine Mannschaft um einen wichtigen Sieg – den der eingewechselte Maréchal in der 75. Minute hätte sichern können, wenn nicht müssen: Nach Vorarbeit von Nuhu vergab er aus zwei, drei Metern die große Chance zur Entscheidung.
In der Schlussphase stand Eupen größtenteils tief in der eigenen Hälfte und verteidigte die knappe Führung mit allen Mitteln. In der 89. Minute ließ Delaurier-Chaubet die Chance zur Entscheidung liegen, als er den Ball bei einem der seltenen Entlastungsangriffe über das Tor jagte. Eupen überstand jedoch auch die Nachspielzeit und nahm drei wichtige Punkte mit.
Namen & Fakten
AS Eupen: Hiller - Van Genechten - Paeshuyse - Plastun - Gavory - Maréchal (77. Müller) - Caliskan (31. Precious) - Di Matteo (46. Fixelles) - Nadje (66. Delaurier-Chaubet) - Youndje (66. Nuhu) - Kikas
Tore: 18. Kikas (0:1), 22. Nadje (0:2), 30. Stanic (1:2, Elfmeter), 45+6. Van Genechten (1:3), 48. Vanderhallen (2:3)
Gelb-Rote Karte: Paeshuyse (26.)

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