Es war ein Abend, der eigentlich ganz im Zeichen des Fußballs stehen sollte – und in einer Tragödie endete. Am 16. Oktober 2023 erschoss der damals 45-jährige Tunesier Abdesalem Lassoued im Zentrum von Brüssel zwei schwedische Fußballfans. Die Männer waren nach Belgien gereist, um ihre Nationalmannschaft beim EM-Qualifikationsspiel gegen die Roten Teufel zu unterstützen. An diesem Freitag jährt sich der islamistische Terroranschlag zum dritten Mal.
Gegen 19.15 Uhr eröffnete Lassoued an der Kreuzung zwischen dem Square Sainctelette und dem Boulevard du Neuvième de Ligne das Feuer auf ein Taxi und drei schwedische Fußballanhänger. Der Täter war mit einer halbautomatischen Schusswaffe unterwegs. Einige der Angegriffenen versuchten noch, in ein Gebäude zu flüchten, doch Lassoued verfolgte sie.
Zwei Schweden kamen ums Leben, ein dritter wurde schwer verletzt. Der Taxifahrer überlebte den Anschlag.
Über die sozialen Netzwerke des Täters wurde rasch deutlich, dass er sich von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte inspirieren lassen. Wenig später reklamierte der IS die Tat für sich.
Großfahndung endet mit Tod des Attentäters
Der Anschlag löste in Brüssel einen Großeinsatz der Sicherheitskräfte aus. Während im König-Baudouin-Stadion das Länderspiel zwischen Belgien und Schweden stattfand, wurde die Bedrohungslage zunehmend deutlich. Die Begegnung wurde zur Halbzeit beim Stand von 1:1 abgebrochen.
Nach dem Täter wurde fieberhaft gefahndet. Am folgenden Morgen, gegen 10.30 Uhr, entdeckten Sicherheitskräfte Lassoued nach einem Hinweis in Schaerbeek. Bei dem Polizeieinsatz wurde er angeschossen. Auf dem Weg ins Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen.
Schwedischer Premierminister erinnert an Opfer
Drei Jahre nach der Tat gedachte Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson am Freitag der Opfer. Auf der Plattform X erinnerte er an den Anschlag und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Heute ist es drei Jahre her, dass der Terroranschlag in Brüssel stattfand“, schrieb Kristersson. Seine Gedanken seien insbesondere bei den Familien und Hinterbliebenen.
Der Angriff habe sich nicht nur gegen die Opfer, sondern auch gegen Schweden, seine Freiheit und seine offene, demokratische Gesellschaft gerichtet. Solchen Bedrohungen müsse man entschlossen begegnen, ohne dabei die Grundwerte des Landes aufzugeben, betonte der Regierungschef.
Weitere Verdächtige vor Gericht
Auch drei Jahre nach dem Anschlag ist die juristische Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen. Erst am 8. Oktober forderte die Staatsanwaltschaft vor dem französischsprachigen Strafgericht in Brüssel jeweils drei Jahre Haft für drei Männer, die Lassoued bei der Beschaffung verbotener Waffen geholfen haben sollen.
Den Angeklagten werden Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Wegen terroristischer Straftaten müssen sie sich in diesem Verfahren nicht verantworten.
Zwei weitere Verdächtige sollen sich vor einem Schwurgericht verantworten. (belga/calü)

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