Fusion von Rossel und IPM: Stéphane Rosenblatt soll redaktionelle Unabhängigkeit überwachen

<p>Stéphane Rosenblatt</p>
Stéphane Rosenblatt | Archivbild: belga

Die Ernennung erfolgt im Rahmen der Auflagen, die die belgische Wettbewerbsbehörde (ABC) im Sommer gebilligt hatte. Rosenblatt wird als unabhängiger Kontrollbeauftragter insbesondere überprüfen, ob Rossel seine Zusagen im redaktionellen Bereich tatsächlich umsetzt.

Der Medienkonzern Rossel, zu dem unter anderem das „GrenzEcho“, „Le Soir“, „Sudinfo“, sowie Beteiligungen von jeweils 50 Prozent an „L’Echo“ und RTL Belgium gehören, schließt sich mit IPM zusammen. Zu dessen Medienportfolio zählen unter anderem „La Libre Belgique“, „La Dernière Heure“, „L’Avenir“ und „Moustique“.

Erster Bericht innerhalb von 30 Tagen

Viel Zeit zum Einarbeiten bleibt Rosenblatt nicht. Seine neue Aufgabe beginnt mit sofortiger Wirkung. Innerhalb von 30 Tagen muss er einen ersten Bericht vorlegen, in dem er detailliert darlegt, wie er die Einhaltung der redaktionellen Verpflichtungen kontrollieren will.

Nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen hingegen die sozioökonomischen Auflagen der Fusion. Dazu zählen insbesondere die Preisgestaltung und die Arbeitsbedingungen der Journalisten. Deren Einhaltung wird vom Generalauditor der Wettbewerbsbehörde oder einem von ihm bestimmten Auditor überwacht.

Vom RTL-Gesicht zum unabhängigen Kontrolleur

Stéphane Rosenblatt ist in der französischsprachigen Medienlandschaft Belgiens kein Unbekannter. Mitte der 1980er-Jahre begann er seine Karriere als Reporter bei RTL-TVI und wurde später zu einem der bekannten Gesichter des Senders. Im Laufe der Jahre übernahm er verschiedene Führungspositionen innerhalb der Mediengruppe.

Anschließend machte er sich als unabhängiger Berater selbstständig. Zudem war er als redaktioneller Berater des Generaldirektors der audiovisuellen Sparte der IPM-Gruppe tätig, wie „Le Soir“ berichtet. (belga/calü)

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