Kinderbetreuung in Herbesthal: Vivant kritisiert ZKB nach verspäteter Öffnung

<p>Illustration: David Hagemann</p>
Illustration: David Hagemann

Die Oppositionsfraktion nimmt den Vorfall zum Anlass, die Verlässlichkeit des Zentrums für Kinderbetreuung (ZKB) und die von der zuständigen DG-Ministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) vorangetriebene Reform erneut infrage zu stellen. „Wir bringen diesen Vorfall zur Sprache, weil eine verlässliche Betreuung für den Berufsalltag der Familien zwingend notwendig ist“, schreibt die Vivant-Fraktion in einer Pressemitteilung.

Normalerweise seien um diese Uhrzeit bereits vier bis fünf Kinderbetreuer anwesend. „Ein plötzlicher personeller Engpass lässt sich damit schwer als alleinige Ursache erklären, da in diesem Fall zumindest ein Teil des Teams vor Ort hätte sein müssen. Im Laufe des Vormittags gab es zwar telefonische Entschuldigungen seitens des ZKB bei betroffenen Eltern, diese trafen jedoch nahezu zwei Stunden später ein.“ Bereits am vergangenen Freitag und Montag sei die Kinderbetreuung in Herbesthal durch Streikmaßnahmen beeinträchtigt worden. „Damit waren die Eltern innerhalb weniger Tage dreimal von Einschränkungen betroffen. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen gibt, ist aktuell unklar.“ Ministerin Klinkenberg habe die Zusammenführung der Kinderbetreuung unter dem Dach des ZKB als Garant für mehr Stabilität, Verlässlichkeit und flexible Vertretungen bei Abwesenheiten angepriesen. „Die anhaltenden Probleme und der jüngste Vorfall zeigen jedoch, dass die Praxis den Versprechungen hinterherhinkt. Stabilität und Verlässlichkeit sehen anders aus.“

Dass es sich hierbei nicht um ein isoliertes Problem handele, zeige nach Ansicht von Vivant auch die Situation in der Eifel: Die Vivant-Fraktion habe bereits im PDG die unruhige personelle Lage beim ZKB scharf kritisiert. Wie aus einer parlamentarischen Frage der Vivant-Fraktion hervorgehe, hätten Mitarbeiterinnen des festen Kernteams in Büllingen und Bütgenbach selbst gekündigt. Dies belaste die Betreuung und gefährde deren Kontinuität. Die Fälle offenbarten aus Sicht der Fraktion dasselbe strukturelle Defizit: Das zentralisierte ZKB-System kämpfe flächendeckend mit Instabilitäten – im Süden verliere es sein Fachpersonal, während im Norden die organisatorische Zuverlässigkeit wegbreche. „Die Politik steht hier in der Pflicht, ihre Versprechen einzulösen. Wir erwarten von der Regierung konkrete Maßnahmen, um die Organisationssicherheit für die berufstätigen Eltern in Ostbelgien dauerhaft und verlässlich zu garantieren“, fordert die Vivant-Fraktion. (red/sc)

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