„Einen Kommissar auf föderaler Ebene zu haben und einen weiteren auf regionaler Ebene – da muss ich lachen. Das geht doch nicht“, erklärte Van Leeuw am Mittwochabend im Gespräch mit dem Brüsseler Regionalsender „BX1“.
Der Generalprokurator hält die geplante Stelle für eine unnötige zusätzliche Verwaltungsebene. Schließlich gibt es mit Ine Van Wymersch bereits eine nationale Drogenkommissarin, die auf föderaler Ebene für die Koordinierung im Kampf gegen den Drogenhandel zuständig ist.
Besonders stößt Van Leeuw auf, dass für eine neue Struktur Geld bereitgestellt werden soll, während es bei der Brüsseler Staatsanwaltschaft an Personal mangelt.
„Dieses Geld könnte man wirklich anders investieren. Bei der Brüsseler Staatsanwaltschaft gibt es nicht genügend Mitarbeiter, um die Akten zu bearbeiten. Und jetzt will man eine neue Struktur schaffen, obwohl es auf föderaler Ebene bereits eine gibt, die genau dasselbe machen soll. Da stimmt doch etwas nicht“, kritisierte er.
Regionalregierung verteidigt ihre Pläne
Die Einrichtung eines regionalen Drogenkommissars ist Bestandteil des Regierungsabkommens der Brüsseler Regionalregierung vom vergangenen Februar. Die neue Stelle soll die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Bürgermeistern, Polizeichefs und föderalen Behörden verbessern. Auch Suchtprävention und öffentliche Gesundheit sollen dabei berücksichtigt werden.
Brüssels Ministerpräsident Boris Dilliès (MR) hält an dem Vorhaben fest. Nach den Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel im vergangenen August hatte er eine bessere Abstimmung zwischen den verschiedenen Behörden als dringend notwendig bezeichnet. „Wir brauchen das in Brüssel so dringend wie das tägliche Brot, damit endlich nicht mehr jeder für sich allein arbeitet“, erklärte Dilliès damals.
Die Suche nach einer geeigneten Person für den neuen Posten läuft derzeit. Nach den Plänen der Regionalregierung soll der regionale Drogenkommissar noch im Herbst 2026 seine Arbeit aufnehmen. (belga/calü)

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