Über Zugangsschranken, wie sie beispielsweise in den Niederlanden an vielen Bahnhöfen üblich sind, wird in Belgien schon seit Jahren diskutiert. Sie sollen verhindern, dass Reisende ohne gültigen Fahrschein zu den Bahnsteigen gelangen, und könnten möglicherweise auch die Sicherheit erhöhen.
Die SNCB hat die Frage nun erneut untersuchen lassen. Die Ergebnisse der jüngsten Studie wurden Anfang Oktober dem Verwaltungsrat vorgestellt. Das Fazit fällt abermals negativ aus.
Kosten höher als der erwartete Nutzen
„Die SNCB hält es derzeit nicht für angebracht, Zugangsschranken in großen Bahnhöfen zu installieren. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse fällt negativ aus“, erklärte Crucke.
Zwar könnten solche Anlagen die Zahl der Schwarzfahrer verringern. Allerdings wären sowohl die Installation als auch der laufende Betrieb mit erheblichen Kosten verbunden. Hinzu kämen mögliche Nachteile für Reisende, etwa beim Zugang zu den Bahnsteigen oder bei der allgemeinen Bewegungsfreiheit innerhalb der Bahnhöfe.
Auch die baulichen Gegebenheiten der einzelnen Bahnhöfe spielen eine Rolle. Nicht jede Station lässt sich ohne Weiteres mit Zugangsschranken ausstatten. Zudem ist laut SNCB unklar, in welchem Umfang die Anlagen tatsächlich zu mehr Sicherheit beitragen würden.
Niederländisches Modell soll genauer geprüft werden
Ganz vom Tisch ist das Thema dennoch nicht. Minister Crucke hat die Leitung der Eisenbahngesellschaft aufgefordert, zusätzliche Informationen über das niederländische Modell vorzulegen. Dort sind Zugangsschranken an zahlreichen Bahnhöfen bereits seit Jahren im Einsatz.
Außerdem sollen die Verfasser der SNCB-Studie ihre Ergebnisse im Parlament erläutern.
Vorerst bleibt es damit bei der bisherigen Regelung: Der Zugang zu den Bahnsteigen größerer belgischer Bahnhöfe soll weiterhin ohne automatische Schranken möglich sein. (belga/calü)

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