Zum Film: Drei Schwestern des Augustinerordens aus Köln beziehen 1882 ein Haus in der oberen Neugasse in St. Vith, um Kranke zu pflegen. Bald ist das bescheidene Anwesen zu klein und ein Neubau muss her. Mit dem Emmelser Pfarrer Peter Cremer gewinnen die Ordensschwestern einen engagierten Mitstreiter für den Bau eines neuen Krankenhauses. Getragen wird das Projekt neben der Stadt und dem Orden auch durch die Spendenbereitschaft der lokalen Bevölkerung. Mitte des Jahres 1886 können gleich zwei Gebäude an der heutigen Klosterstraße eröffnet werden: ein Hospital und eine Verwahrschule.
Die Aufgaben der Augustinerinnen sind vielseitig: Sie widmen sich der Krankenpflege und der Versorgung von Waisenkindern, unterrichten junge Mädchen in einer schuleigenen Haushaltsschule und betreiben zur Selbstversorgung eine kleine Landwirtschaft mit Ackerbau und Viehzucht.
Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs treffen die Einrichtung schwer. Während das Krankenhaus als Lazarett für die Versorgung verwundeter Soldaten umfunktioniert wird, führen Epidemien zu einer hohen Sterblichkeit unter den Betroffenen.
Die Abtretung der Kreise Eupen, Malmedy und St.Vith an Belgien infolge des Versailler Vertrages stellt die Augustinerinnen vor existenzielle Herausforderungen. Da es einer deutschen Genossenschaft rechtlich verwehrt ist, ein Krankenhaus in Belgien zu leiten, gerät die Zukunft der Ordensniederlassung in Gefahr.
Während der Ardennenoffensive im Dezember 1944 fordern die alliierten Bombenangriffe zahlreiche Todesopfer; gleichzeitig wird ein Großteil der Gebäude vollständig zerstört.
Der Wiederaufbau in der Klosterstraße erstreckt sich bis in die 1950er Jahre: Erst im September 1953 kann das neu erbaute Krankenhaus durch Bischof Kerkhofs feierlich eingeweiht werden.
Ab den 60er-Jahren setzt ein tiefgreifender Strukturwandel ein. Der spürbare Nachwuchsmangel im Orden führt zu einem personellen Engpass, sodass die pflegerischen Aufgaben schrittweise an Laienmitarbeiter übertragen werden. Zudem erfordern die veränderten Standards in der medizinischen Versorgung eine Modernisierung der gesamten Ausstattung und Infrastruktur.
1976: Ein neues Gremium, die V.o.E. Klinik Sankt Josef, übernimmt die Trägerschaft für das Krankenhaus. Vertreten sind neben der Ärzteschaft und dem Orden auch die Christliche Krankenkasse.
Eine Reform des belgischen Gesundheitswesens in den 1980er-Jahren zielt darauf ab, Kliniken zusammenzulegen und so die Versorgung effizienter zu gestalten.
Mit der Gründung der Interkommunalen Vivias leisten die fünf südlichen Eifelgemeinden einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Absicherung der Klinik und geben den Anstoß für den Bau von Seniorenheimen.
Die föderale Gesundheitsreform der Regierung De Wever setzt die Krankenhäuser in Eupen und St.Vith unter Druck. Aufgrund der besonderen sprachlichen Situation und der geografischen Randlage kann die DG-Regierung in langwierigen Verhandlungen jedoch eine wichtige Sondergenehmigung zum Erhalt beider Standorte erwirken.
Die Filmpremiere in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein „Zwischen Venn und Schneifel“ findet am 18. Oktober um 20 Uhr im Kino Corso in St.Vith statt – in Anwesenheit der Filmemacher. Der Film dauert 80 Minuten. Tickets sind online erhältlich. (red/ab)
Weitere Infos gibt es HIER.

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