Wer wird Herausforderer von Gianni Infantino bei der nächsten Wahl des FIFA-Präsidenten? Nach UEFA-Chef Aleksander Ceferin dürfte sich demnächst der nächste lautstarke Kritiker des umstrittenen Anführers des Fußball-Weltverbands aus dem Kreis der potenziellen Gegenkandidaten verabschieden.
Der Kanadier Victor Montagliani habe seinem Stab mitgeteilt, dass er für eine weitere Amtszeit als Präsident des Verbands von Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik kandidieren werde, berichtete der „Guardian“. Dies hatte auch Ceferin für seine eigene Top-Position bei der Europäischen Fußball-Union UEFA verkündet.
Wer soll dann gegen Infantino antreten?
Bei ihrem Treffen in Berlin skizzierten die Vertreter der Europäischen Fußball-Union UEFA und der europäischen Verbände zwar das Profil für einen Herausforderer Infantinos - ein Name soll aber erst später präsentiert werden.
„Es braucht einen Kandidaten, der den Fußball auch außerhalb von Europa wieder vereint und alle Konföderationen zusammenbringt“, sagte UEFA-Vizepräsidentin Laura McAllister. „Es braucht jemanden, der integer ist, der die Governance stärkt. Das könnte jeder sein, aus jedem Teil der Welt.“
Auch viele Funktionäre im Fünf-Sterne-Hotel am Potsdamer Platz konnten diese Vorstellungen hinter vorgehaltener Hand nicht namentlich konkretisieren. Bis Anfang November soll der Kandidat oder die Kandidatin nun gefunden werden. Dann will das UEFA-Exekutivkomitee zusammenkommen, anschließend soll es eine erneute Absprache aller 55 Mitgliedsverbände geben. Bis einschließlich dem 18. November muss ein Bewerber für die Präsidentschaftswahl am 18. März im marokkanischen Rabat offiziell benannt werden.
Was steht als Nächstes an?
Am Donnerstag kommender Woche dürfte es beim Treffen des FIFA-Councils am Sitz des Weltverbands in Zürich zur direkten Konfrontation zwischen Präsident Gianni Infantino und seinen europäischen Kritikern kommen. Auch UEFA-Präsident Aleksander Ceferin wird erwartet. Der belgische Fußballverband will dabei ebenfalls klare Position beziehen. „Wir unterstützen Infantino nicht und wollen eine grundlegende Reform der derzeitigen Arbeitsweise der FIFA“, erklärte Vincent Mannaert in seiner neuen Funktion als CEO am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Zudem habe Pascale Van Damme den weiterhin aktuellen Fall Balogun auf die Tagesordnung setzen lassen. Belgien wolle sich für eine Anpassung des entsprechenden FIFA-Reglements einsetzen. Auch die Zukunft des umstrittenen FIFA-Friedenspreises, den Infantino an US-Präsident Donald Trump verliehen hatte, soll bei dem Treffen zur Sprache kommen.
Wie sieht das inhaltliche UEFA-Konzept für die FIFA-Zukunft aus?
Beim Treffen in Berlin hatten die europäischen Verbände mit Ausnahme von Aserbaidschan einstimmig einen Plan für Reformen beim Weltverband beschlossen. Es sollen „klare institutionelle Veränderungen vorgenommen werden, die der FIFA zu einer wirklich demokratischen Struktur verhelfen“, sagte Neuendorf. Es müsse eine klare Gewaltenteilung geben, die FIFA dürfe sich nicht in unabhängige Gremien einschalten.
Und was macht Infantino?
Der FIFA-Präsident befindet sich längst auf globaler Werbetour, präsentiert via Instagram schöne Bilder sowie viele gemeinsame Fotos mit Funktionären auf der ganzen Welt und sammelt Unterstützung. Fast parallel zur UEFA-Tagung in Berlin sicherte sich Infantino die einstimmige Rückendeckung der afrikanischen Verbände bei einem Treffen auf Kap Verde. Auch Verbände Südamerikas und weite Teile Ozeaniens stehen an seiner Seite. Asien präsentiert sich gespalten. (dpa/belga/calü)

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