Demnach liest jeder zehnte Radfahrer während der Fahrt Nachrichten auf seinem Handy. Unter regelmäßigen Nutzern von E-Scootern liegt dieser Anteil sogar bei 20 Prozent.
Dass die Ablenkung nicht ohne Folgen bleibt, zeigen weitere Ergebnisse der Befragung. Zehn Prozent der E-Scooter-Nutzer gaben an, im vergangenen Jahr wegen der Handynutzung in einen Unfall verwickelt gewesen zu sein. Bei den Radfahrern waren es 3,5 Prozent.
Auch gefährliche Verkehrsverstöße kommen vor: Fast jeder fünfte E-Scooter-Nutzer und jeder zehnte Radfahrer ist nach eigenen Angaben schon einmal wegen der Beschäftigung mit dem Smartphone über eine rote Ampel gefahren. Rund ein Viertel der E-Scooter-Fahrer berichtete zudem, dadurch von der Fahrbahn abgekommen oder entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung gefahren zu sein.
Gefahren bekannt – trotzdem wird zum Handy gegriffen
Dabei sind sich die meisten Verkehrsteilnehmer der Risiken durchaus bewusst. Acht von zehn Befragten halten die Handynutzung beim Radfahren oder E-Scooter-Fahren für gefährlich und unterstützen ein entsprechendes Verbot.
Dennoch glaubt jeder fünfte Radfahrer, während der Fahrt sicher telefonieren zu können, selbst wenn er das Smartphone dabei in der Hand hält.
Auffällig ist auch die Wahrnehmung der Kontrollen: 74 Prozent der Radfahrer schätzen die Wahrscheinlichkeit, wegen unerlaubter Handynutzung kontrolliert zu werden, als hoch ein. Tatsächlich gaben aber nur zwei Prozent an, im vergangenen Jahr dafür ein Bußgeld erhalten zu haben.
202 Euro Bußgeld bei unerlaubter Handynutzung
In Belgien ist die Nutzung eines Smartphones in der Hand während der Fahrt für sämtliche Fahrzeugführer verboten. Das gilt nicht nur für Auto- und Lkw-Fahrer, sondern ebenso für Radfahrer und Nutzer von E-Scootern.
„Auch wenn das Risiko, jemanden schwer zu verletzen, bei Auto- oder Lkw-Fahrern größer ist, bleibt die Handynutzung auf dem Fahrrad oder E-Scooter gefährlich und ist genauso verboten“, erklärt Vias-Geschäftsführerin Karin Genoe.
Wer während der Fahrt mit dem Handy in der Hand erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 202 Euro rechnen. Die Nutzung ist nur unter den gesetzlich vorgesehenen Bedingungen erlaubt, etwa wenn das Gerät in einer geeigneten Halterung befestigt ist.
Passend zu den Umfrageergebnissen führt die Polizei am Donnerstag und Freitag landesweit verstärkte Kontrollen gegen Ablenkung am Steuer und Lenker durch. (belga/calü)

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