Nach Angaben mehrerer Medien brachte die Mutter ihre beiden Töchter normalerweise jeden Morgen zur Schule. Am Dienstag sollen die Kinder jedoch von einem Mann zur Schule gebracht worden sein. Als am Nachmittag niemand erschien, um die ältere Tochter abzuholen, verständigte das pädagogische Personal der Gemeindeschule die Polizei.
Die Beamten suchten daraufhin die Wohnung der Familie auf. Dort entdeckten sie gegen 23.30 Uhr die leblose Mutter. Sie war nach bisherigen Angaben gewaltsam getötet worden. Das jüngere Kind besucht eine andere Schule.
Noch am Mittwochvormittag war der Bereich rund um die Wohnung abgesperrt. Polizei und Kriminallabor hatten dort die gesamte Nacht über Spuren gesichert. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat die föderale Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen.
Die Brüsseler Staatsanwaltschaft macht derzeit keine Angaben zu den Hintergründen der Tat. „Die Staatsanwaltschaft gibt zu diesem Fall keine Informationen bekannt und bedauert, dass bereits ausführlich in der Presse darüber berichtet wird, und zwar auf eine Weise, die die Ermittlungen beeinträchtigen könnte“, teilte sie mit.
Auch der Bürgermeister von Saint-Gilles, Jean Spinette, und die für das Unterrichtswesen zuständige Schöffin Catherine François bestätigten den Fund der Frau. Die Schule habe die Polizei eingeschaltet, nachdem die ältere Tochter des Opfers nach Unterrichtsschluss vergeblich auf ihre Eltern gewartet habe.
Für das Schulpersonal und die Schüler sei unmittelbar psychosoziale Unterstützung organisiert worden. Auch die beiden Kinder der Familie würden derzeit von den zuständigen Diensten betreut und begleitet – in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft und dem Jugendschutz.
„Unsere Gedanken sind bei den Kindern, der Familie und den Angehörigen des Opfers“, erklärten Spinette und François. Ihre Unterstützung gelte ebenso dem Schulpersonal, den Schülern und deren Eltern sowie den Anwohnern, die von den Ereignissen betroffen seien.
Der Tatort befindet sich unweit des Place Marie Janson wo die Gemeinde einen Gedenkstein für Opfer von Femiziden errichtet hat. „Heute erinnert uns dieser Gedenkstein mehr denn je daran, dass wir uns weiterhin gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen stellen müssen“, erklärte die Gemeindeverwaltung. (belga/calü)

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