Stadt Verviers muss 48 Millionen Euro „finden“

<p>Die Stadt Verviers muss sparen.</p>
Die Stadt Verviers muss sparen. | Foto: Belga

Die Ausgangslage ist schwierig: Nach Informationen der Tageszeitung „Le Jour Verviers“ lag ein erster „trockener“ Haushaltsentwurf im September noch rund zehn Millionen Euro im Minus. Zwar wurden inzwischen Ausgabenposten gekürzt, doch soll weiterhin eine Lücke von knapp acht Millionen Euro bestehen. Und dabei sind mögliche Mindereinnahmen durch Entscheidungen der Wallonischen Region noch nicht eingerechnet.

Noch größer wird die Herausforderung mit Blick auf den Fünfjahresplan bis 2031. Insgesamt müsste Verviers demnach rund 48 Millionen Euro finden. Diese Größenordnung hatte Haushaltsschöffe Jean-François Chefneux (Ensemble Verviers) bereits zu Jahresbeginn angedeutet, als vom damaligen Budget 2026 die Rede war.

Welche Maßnahmen nun auf den Tisch kommen, bleibt vorerst offen. Klar ist aber: Einmalige Maßnahmen dürften kaum ausreichen. Einsparungen oder zusätzliche Einnahmen für 2027 werden wohl Auswirkungen auf die Folgejahre haben müssen. Damit rücken auch Steuerfragen in den Fokus.

Besonders die beiden großen kommunalen Zusatzsteuern – auf den Immobilienvorabzug und auf die Einkommensteuer – bringen der Stadt hohe Einnahmen. Zusammen machen sie rund ein Drittel der städtischen Einnahmen aus.

Ob diese Steuern steigen könnten, will Chefneux nicht sagen. Politisch ist das Thema heikel: Die Mehrheit hatte zuletzt einen Antrag abgelehnt, der eine Erhöhung der beiden großen Steuern ausschließen sollte. Sollte eine Anpassung tatsächlich geplant sein, drängt die Zeit.

Die Sätze für 2027 müssten in den kommenden Wochen vom Stadtrat beschlossen werden.

Für das Vervierser Kollegium beginnt damit ein schwieriger Balanceakt: sparen, investieren, neue Einnahmen finden – und all das möglichst schnell. (red/arco)

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