Damit reagiert Desquesnes auf einen besonders großen Preisunterschied in der neuen Tarifstruktur, die ab Februar 2027 gelten soll. Während ein reguläres Classic-Jahresabo für 12- bis 25-Jährige künftig 180 Euro kostet, sind für die schnelleren Express-Linien 384 Euro vorgesehen. Für 18- bis 24-Jährige bedeutet das einen besonders deutlichen Sprung: Sie können das Express-Jahresabo derzeit noch für zwölf Euro erwerben.
Gerade für Schüler und Studenten ist der Wechsel auf eine günstigere klassische Linie aber nicht überall möglich. In einigen Gegenden wurden reguläre Verbindungen durch Express-Linien ersetzt. Wer dort wohnt, ist für den Weg zur Schule oder Uni auf eine solche Verbindung angewiesen.
Genau an diesem Punkt will Desquesnes ansetzen. „An einigen Orten wurden die klassischen Linien zugunsten der Express-Linien abgeschafft. Die Studenten sind daher gezwungen, sie zu nutzen“, erklärte der Mobilitätsminister. Es dürfe keinen finanziellen Unterschied zwischen jungen Menschen geben, die eine klassische Linie nutzen können, und jenen, denen für ihren Schulweg nur eine Express-Verbindung zur Verfügung steht.

Desquesnes fordert Letec deshalb auf, für diese Fahrgäste einen angepassten Tarif auszuarbeiten. „Es erscheint mir angemessen, dass die jährlichen Kosten für dieses Abonnement 180 Euro nicht überschreiten“, sagte er.
Das vergünstigte Abo soll ab dem Schul- und Studienjahr 2027/2028 gelten. Es wäre ganzjährig und unabhängig von der Uhrzeit nutzbar, allerdings ausschließlich auf jener Express-Linie, die den Wohnort mit der jeweiligen Schule oder Hochschule verbindet. „Unabhängig davon, wie man es nutzt: Das maximale Abo für den Weg zur Schule wird zwischen zwölf und 25 Jahren 180 Euro kosten – auf einer klassischen Linie oder einer Express-Linie“, fasste Desquesnes zusammen.
Grundsätzlich hält der Minister an der neuen Tarifpolitik fest. Die wallonische Regierung hat Letec vorgegeben, das Verhältnis zwischen öffentlichen Zuschüssen und Fahrgeldeinnahmen neu auszubalancieren. Künftig sollen 86 Prozent der Kosten von der Region und damit über öffentliche Mittel getragen werden, 14 Prozent von den Fahrgästen.
Schon am Wochenende hatte Desquesnes allerdings eine erste Nachbesserung verlangt. Letec soll auch ein spezielles Angebot für Studenten entwickeln, die während der Woche an ihrem Studienort wohnen und die Express-Linien regelmäßig für die Fahrt zwischen Elternhaus und Studentenunterkunft nutzen. Auch Praktikanten sowie Menschen in Ausbildung mit einem vergleichbaren Mobilitätsbedarf sollen berücksichtigt werden. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren