Neuerlicher Zinssprung führt für manche an den „Katzentisch“

<p>Das zuletzt wieder stark angezogene Zinsniveau wird gerade bei der Kreditpolitik zu einer Bremse für den Markt.</p>
Das zuletzt wieder stark angezogene Zinsniveau wird gerade bei der Kreditpolitik zu einer Bremse für den Markt.

Wo geht die Reise hin? Lassen sich die steigenden Zinsen überhaupt nochmals einfangen? Oder bringt die neuerliche Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) den Immobilienmarkt mittelfristig ins Straucheln? Lediglich drei Fragen von vielen, die sich Bauherren und/oder Hauskäufer aktuell stellen. Und auf die sich nur schwerlich eine verlässliche Antwort findet.

Von daher hier eine Zahl, die mehr sagt als viele Worte: Seit 2022, hat ein durchschnittlicher belgischer Haushalt 44.130 € an Immobilienkaufkraft eingebüßt. Macht einen Verlust von fünfunddreißig Quadratmetern an Wohnfläche. Eine Zahl, die bezeichnend ist für die Zinsentwicklung in besagtem Zeitraum. Und derzeit wieder potenziellen Interessenten die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Denn nach der zweiten Erhöhung der Leitzinsen innerhalb von drei Monaten (auf nunmehr zweieinhalb Prozent), verschärft sich zwangsläufig die Lage am Kreditmarkt.

Ob Eigenheim oder Appartement… - zunehmend mehr Menschen wollen in die eigenen vier Wände. Doch die jüngste Tendenz (als Antwort auf die hartnäckigen Inflationssorgen) macht bei vielen die Rechnung zunichte. Zumal die zuletzt wieder unaufhaltsam steigende Inflation - besonders „befeuert“ durch die galoppierenden Energiekosten infolge der schwelenden Nahostkrise - nicht nur die reinen Baupreise antreibt, sondern eine allgemeine Teuerung mit sich bringt. Die Folge ist erneut wahrnehmbare Unsicherheit, die quer durch alle Lebenslagen zu einer merklichen Kaufzurückhaltung führt.

Kein Wunder bei Zinsen für Immobilienkredite, die sich wieder stabil um die Vier-Prozent-Marke einpendeln. Zudem halten Experten eine weitere Steigerung der EZB-Zinsen noch in diesem Jahr für denkbar. Und da gerade jüngere Interessenten oft hohe Summen per Kredit finanzieren (müssen), können schon kleine Aufschläge teuer werden und Pläne durchkreuzen. Die Folge ist ein Platz am „Katzentisch“.

Im Gegenzug gibt es die Meinung, dass das schwierigere Umfeld über die Ist-Situation hinaus auch neue Chancen bieten kann. Die These: Höhere Zinsen (bis zum Jahresende womöglich deutlich über vier Prozent) bremsen die Nachfrage aus, was in zwei, drei Jahren ein gestiegenes Angebot auf dem Markt bewirkt. Gerade mit Blick auf die stattliche „Bestandsware“ der Generation der Babyboomer (heißt: die geburtenstarken Jahrgänge von Mitte der Fünfziger bis Ende der Sechziger). Wo der altersbedingte Verkaufsdruck ansteigen wird und sich punktuell interessante „Schnäppchen“ ergeben können.

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment