Millionen für mehr Sicherheit auf der N7 in Luxemburg

<p>Die Nationalstraße N7 zwischen Weiswampach und Fridhaff soll sicherer gestaltet werden.</p>
Die Nationalstraße N7 zwischen Weiswampach und Fridhaff soll sicherer gestaltet werden. | Foto: GE-Archiv

Die ostbelgischen Pendler kennen die Gefahren der dreispurigen Nationalstraße 7 zwischen Weiswampach und Fridhaff. Überhöhte Geschwindigkeit, Frontalkollisionen oder Unfälle, weil Linksabbieger die Fahrbahn queren, sind auf der 31,5 Kilometer langen Schnellstraße keine Seltenheit. Das möchte die luxemburgische Regierung ändern. Ein Sicherungskonzept aus dem Jahr 2021 mit Mitteltrennung, weniger direkten Einmündungen und niveaugleichen Kreuzungen, die durch Unterführungen ersetzt werden sollten, wird in den nächsten Jahren umgesetzt.

Konkret sind Sicherungsmaßnahmen auf 24,8 Kilometern vorgesehen, aufgeteilt in drei Phasen: von Fridhaff bis Hoscheid-Dickt (elf Kilometer), von Hosingen bis Marnach (7,2 Kilometer) und von Heinerscheid bis Weiswampach (6,6 Kilometer). Die Arbeiten haben in dieser Woche auf dem ersten Teilstück begonnen, berichtet die Zeitung „Luxemburger Wort“. Zwischen Fridhaff und Hoscheid-Dickt wird während vier Jahren gearbeitet. Man habe man nicht überall gleichzeitig anfangen wollen, um den Verkehr nicht auf der gesamten Strecke zu belasten. Im Baustellenbereich wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit herabgesetzt. Umleitungen oder Ampelanlagen sind aber nicht vonnöten. Durchgehend soll mindestens eine Fahrspur in beide Richtungen offen sein.

Entlang der gesamten Strecke sollen künftig Mittelleitplanken für mehr Sicherheit sorgen. Dafür wird die Straße von derzeit 10,5 auf rund 16 Meter verbreitert. Die bestehenden Auf- und Abfahrten werden durch insgesamt acht Unter- und Überführungen ersetzt. Linksabbiegen wird damit künftig nicht mehr möglich sein.

Zwischen ein- und zweispurigen Abschnitten wird etwa alle 1.200 Meter gewechselt. Dadurch sollen Autofahrer regelmäßig die Möglichkeit zum Überholen erhalten. Gleichzeitig gilt auf der gesamten Strecke künftig eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Die bisherigen Abschnitte mit Tempolimits von 70 oder 110 Kilometern pro Stunde entfallen. Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern und die Fahrzeiten zu verkürzen.

Wie stark die Strecke heute genutzt wird, zeigen aktuelle Verkehrszahlen: Oberhalb von Fridhaff wurden in diesem Jahr an Werktagen durchschnittlich 17.538 Fahrzeuge in beiden Richtungen gezählt. In Hosingen waren es 15.601, in Fischbach noch 10.617.

Auf den einspurigen Teilstücken ist jeweils ein Pannenstreifen vorgesehen. An einigen Stellen wird die Straße sogar auf vier Fahrspuren ausgebaut – unter anderem in der Nähe des Fridhaff und im neuen Tunnel der Umgehung von Hosingen. In den Bereichen nahe den Ortschaften sind zudem Lärmschutzmaßnahmen geplant.

Zum Gesamtprojekt gehören außerdem sechs neue Kreisverkehre. Sie entstehen unter anderem oberhalb des Fridhaff auf „der Holdaer“, bei Hoscheid-Dickt sowie vor Hosingen und Weiswampach. Um die umfangreichen Bauarbeiten durchführen zu können, soll auch die bisherige N7 über weite Strecken wieder stärker genutzt werden.

Die Dimensionen des Projekts spiegeln sich auch in den Kosten wider, weiß das „Luxemburger Wort“. Das 2021 von der Abgeordnetenkammer verabschiedete Finanzierungsgesetz sah zunächst knapp 247 Millionen Euro vor. Nach den Zahlen des Staatshaushalts 2026 wird inzwischen mit rund 337 Millionen Euro gerechnet. Damit handelt es sich um das bislang größte Straßenbauvorhaben im Norden des Landes.

In der Summe enthalten sind allerdings nicht nur die Kosten für die neue Straße und die dazugehörigen Bauwerke. Vorgesehen sind auch mehrere Regenrückhaltebecken, umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen sowie die Schaffung neuer Lebensräume für Tierarten, die bislang insbesondere in den Hecken entlang der N7 vorkommen.

Der mögliche Ausbau zu einer vierspurigen Schnellstraße oder gar einer Autobahn wurde überprüft. Die Strecke sei aber zu kurvenlastig und das Verkehrsaufkommen rechtfertige nicht den Bau einer extrem teuren Autobahn. (red/ab)

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