Einen Monat nach dem Vennbrand: Innenminister Quintin kündigt Konsequenzen an

<p>Innenminister Bernard Quintin (Mitte) machte sich am Montag vor Ort ein Bild von der Lage im Hohen Venn.</p>
Innenminister Bernard Quintin (Mitte) machte sich am Montag vor Ort ein Bild von der Lage im Hohen Venn. | Foto: belga

Ausgangspunkt des Besuchs war das Einsatzzentrum in Sourbrodt. Von dort aus ließ sich Quintin erläutern, mit welchen Mitteln Feuerwehr, Zivilschutz und weitere Dienste gegen die Flammen vorgegangen waren. Mehr als 3.000 Hektar Vegetation wurden seit Ausbruch des Feuers am 14. August zerstört.

„Es ist jetzt wichtig, aus dieser Krise eine Reihe von Lehren zu ziehen“, erklärte Quintin. Insbesondere müsse schneller analysiert werden, über welche Mittel die einzelnen Hilfeleistungszonen verfügen und wo zusätzliche Investitionen notwendig seien. Wenn bei einem Großeinsatz zahlreiche Dienste zusammenarbeiten müssten, brauche es einen genauen Überblick über vorhandenes Material und Personal sowie darüber, welche Ausrüstung ersetzt werden müsse.

Eine zentrale Frage betrifft nach Ansicht des Föderalministers die Brandbekämpfung aus der Luft. Es müsse geklärt werden, ob die mit Löschwasserbehältern ausgestatteten Hubschrauber der föderalen Polizei ausreichten, um die Zeit zu überbrücken, bis zusätzliche Luftunterstützung über den europäischen Katastrophenschutz eintreffe.

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Auch die Zukunft des belgischen Zivilschutzes sprach Quintin an. Trotz des Personalabbaus werde dieser weiterhin eine Rolle spielen, versicherte der Innenminister. „Ich werde der Föderalregierung sehr schnell ein oder zwei Optionen vorlegen, damit eine Entscheidung getroffen und noch vor Jahresende umgesetzt werden kann“, kündigte er an.

Feuer unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht

Unterdessen hat sich die Lage im Hohen Venn weiter entspannt. Das Feuer gilt inzwischen als unter Kontrolle, jedoch noch nicht als vollständig gelöscht. Das teilten die Dienste des Lütticher Provinzgouverneurs am Montagmittag mit. Aufgrund der besonderen Boden- und Geländebeschaffenheit seien in den kommenden Tagen weiterhin einzelne Brandherde möglich.

Provinzgouverneur Hervé Jamar (MR), der Quintin bei dessen Besuch begleitete, dankte den zahlreichen Einsatzkräften für ihre Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des von ihm als historisch bezeichneten Brandes. „Es ist ein erfreulicher Tag. Es gab weder Schäden an Gebäuden noch Personenschäden. Wir konnten das Wesentliche retten“, sagte Jamar. Auch die europäische Unterstützung und die Zusammenarbeit der Hilfeleistungszonen hätten dazu beigetragen, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

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Die Zahl der Einsatzkräfte vor Ort soll nun schrittweise reduziert werden. „Wir kommen langsam ans Ende“, erklärte Quentin Grégoire, Kommandant der Hilfeleistungszone Vesdre-Hoëgne & Plateau (VHP). Ein Großteil des Holzes, unter dem es immer wieder zu neuen Brandherden gekommen war, sei inzwischen entfernt worden.

Ganz zurückziehen werden sich die Einsatzkräfte allerdings noch nicht. Die Feuerwehr werde weiterhin Kontrollfahrten durchführen, zudem werde die Natur- und Forstverwaltung das Gebiet überwachen. Auch Dutzende Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Zivilschutzes sind vorerst weiter damit beschäftigt, das Risiko eines erneuten Aufflammens zu reduzieren.

Die provinziale Notfallphase bleibt ebenfalls bestehen. (belga/calü)

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