Glasfaserausbau in Ostbelgien: 98 Prozent sollen Anschluss erhalten

<p>Glasfaser soll schnelles und leistungsfähiges Internet auch im ländlichen Raum ermöglichen. In der DG sollen 98 Prozent der Haushalte und Unternehmen angeschlossen werden.</p>
Glasfaser soll schnelles und leistungsfähiges Internet auch im ländlichen Raum ermöglichen. In der DG sollen 98 Prozent der Haushalte und Unternehmen angeschlossen werden. | Foto: picture alliance/dpa

Das Unternehmen habe den Auftrag und die Mittel erhalten, 98 Prozent der Unternehmen und Haushalte in Ostbelgien mit Glasfaser zu versorgen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass zwei Prozent zunächst nicht abgedeckt werden können. Wie viele Haushalte und Unternehmen konkret betroffen sind und wo sie liegen, steht noch nicht endgültig fest. GoFiber führt derzeit eine Analyse durch, bei der die Kosten für die Erschließung einzelner Haushalte und Unternehmen untersucht werden. Besonders betroffen könnten Gebäude sein, die mehrere hundert Meter abseits der übrigen Siedlungsstruktur liegen. Dort könnten die Anschlusskosten den im Gesamtfinanzrahmen vertretbaren Schwellenwert überschreiten.

Oliver Paasch verwies darauf, dass GoFiber neue Ausbauverfahren und Techniken teste. Dadurch könnten möglicherweise weitere Anschlüsse realisiert werden. Auch nach Abschluss des jetzigen Ausbaus sei das Thema nicht beendet. Das Unternehmen sei auf eine Mindestexistenzdauer von 30 Jahren angelegt und solle das Netz nicht nur verwalten und unterhalten, sondern später auch weiter ausbauen. Sollte nach dem ursprünglichen Ausbau finanzieller Spielraum verbleiben, könnten damit weitere Haushalte erschlossen werden. Als Alternativen nannte Paasch zudem mögliche Vereinbarungen mit anderen Anbietern sowie Lösungen über Mobilfunk oder sogenanntes Fixed Wireless Access. Er verteidigte das Projekt. „Wenn wir als DG das Zepter nicht in die Hand genommen hätten, wäre eine 98-Prozent-Abdeckung unseres Gebietes mit moderner Glasfaser völlig illusorisch gewesen“, sagte Paasch. Balter kritisierte vor allem die Kommunikation. Die 98-Prozent-Marke sei von Beginn an bekannt gewesen. Gleichzeitig hätten sich Bewohner betroffener Weiler und Randgebiete über Jahre auf einer interaktiven Karte wiedergefunden und davon ausgehen können, angeschlossen zu werden. Nach drei Jahren müsse eigentlich klar sein, welche Gebiete erschlossen würden und welche nicht. Balter brachte zudem eine grenzüberschreitende Lösung ins Spiel. In Grenzgebieten könne geprüft werden, ob Anschlüsse an Glasfasernetze auf deutscher Seite möglich seien. Vergleichbare grenzüberschreitende Vereinbarungen gebe es bereits bei der Stromversorgung. Charles Servaty (SP) forderte die Regierung ebenfalls auf, bei dem Thema „am Ball zu bleiben“. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sei auch eine wichtige Standortfrage. Paasch bezeichnete den Glasfaserausbau abschließend als „strategisches Projekt für den Standort“. Die anfänglichen Schwierigkeiten seien größtenteils behoben. Den Vorschlag Balters, in Grenzlagen mögliche Anschlüsse über Deutschland zu prüfen, wolle er aufgreifen und an GoFiber weiterleiten.

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