Brügge eröffnet die Königsklasse: Das Rennen nach Madrid geht los

<p>Meister Club Brügge um Nationalspieler Brandon Mechele steigt heute Abend gegen Aston Villa in die neue Saison der Champions League ein.</p>
Meister Club Brügge um Nationalspieler Brandon Mechele steigt heute Abend gegen Aston Villa in die neue Saison der Champions League ein. | Foto: Photo News

Machen die derzeit schwächelnden Titeljäger von Paris Saint-Germain womöglich den Titel-Hattrick perfekt? Oder kehrt Rekordgewinner Real Madrid unter Trainer-Rückkehrer José Mourinho und mit Torhüter Thibaut Courtois zu alter Stärke zurück? Es geht los, die neue Saison der Champions League startet. Der Kampf um den riesigen Henkelpott wird Europas Fußball-Fans bis zum späten Abend des 5. Juni 2027 beschäftigen. Die Frage aus belgischer Sicht: Kann Club Brügge für eine Überraschung sorgen? Und wie weit kommen die Bayern von Vincent Kompany? Was man zum Start der Champions League wissen muss.


Wie beginnt der belgische Meister?


Club Brügge eröffnet die neue Saison am frühen Dienstagabend (18.45 Uhr) vor heimischem Publikum gegen Europa-League-Sieger Aston Villa. Mit Youri Tielemans und Amadou Onana setzten sich die Engländer im Mai in Istanbul gegen den SC Freiburg durch (3:0). Allerdings wechselte der Kapitän der Roten Teufel im Sommer zu Manchester United, während Onana nach seinem Kreuzbandriss im WM-Achtelfinale gegen die USA (4:1) noch bis ins neue Kalenderjahr ausfallen wird. „Wir können es kaum mehr erwarten“, sehnt Trainer Ivan Leko den Anpfiff herbei: „Ein festes Punkteziel haben wir uns nicht gesetzt, sondern sind vor allem froh, dabei zu sein.“ Weitere Gegner sind Inter Mailand, Lens, Eindhoven, Liverpool, Neapel, Stuttgart und Bodö/Glimt.


Gegen wen starten die deutschen Teams?


Als erster Bundesligist greift der BVB an diesem Dienstag ins Geschehen ein. Gegner im Westfalenstadion um 21 Uhr ist der ehemalige Europa-League-Sieger FC Villarreal. Am Mittwoch um 18.45 Uhr sind die Stuttgarter ebenfalls daheim gegen FK Viking gefordert. Das Team aus Norwegen hat es zum ersten Mal in die Champions League geschafft. Zeitgleich am Donnerstag um 21 Uhr beginnt die Champions-League-Saison für die Leipziger bei Como 1907 und für Kompanys Bayern in München gegen FK Bodö/Glimt – wie Viking aus Norwegen.


In welche Form sind die internationalen Topteams?


Allen voran schwächelt der Titelverteidiger in eher seltenem Ausmaß. Kein Sieg in den ersten drei Spielen der Ligue 1, zuletzt kassierte Paris Saint-Germain eine Niederlage gegen die AS Monaco. Eine Niederlage gab's auch am Wochenende für Real Madrid mit einem verschossenen Elfmeter von Superstar Kylian Mbappé bei Betis Sevilla und für den Stadtrivalen Atlético bei Athletic Bilbao. Besser machte es der FC Barcelona und feierte beim FC Valencia den vierten Sieg in Serie – und das mit einem 5:0. Bestens drauf ist nach Ergebnissen auch Manchester City mit drei Auftaktsiegen in der Premier League. Ebenso wie Meister FC Arsenal, der im Londoner Duell den FC Chelsea bezwang (2:1). In Italien stimmte sich 2025er-Finalist Inter Mailand ebenfalls mit drei Siegen in drei Spielen ein.


Was ist neu in dieser Saison?


Nach der großen Reform zur Saison 2024/2025 gibt es diesmal nur eine optische Kleinigkeit. Die Profis, die zum ersten Mal in der Champions League spielen, tragen den sogenannten Debüt-Patch. Ab dieser Spielzeit wird der erste Einsatz eines Spielers in Europas wichtigstem Clubwettbewerb mit dem neuen UEFA Champions League Debüt-Patch markiert. Mit dem Aufnäher sollen die Spieler gewürdigt und gefeiert werden, die sich durch ihr erstes Spiel im Wettbewerb „im Mittelpunkt eines entscheidenden Meilensteins“ ihrer Karriere befinden, heißt es von der UEFA. Der Patch wird in das Champions-League-Sternenball-Abzeichen auf dem Ärmel des Spielertrikots integriert.


Wie läuft die Saison ab?


Der neue Modus mit der Ligaphase mit 36 Teams geht in seine dritte Spielzeit. Wieder bestreitet jede Mannschaft acht Spiele gegen acht verschiedene Gegner. Die eine Hälfte vor heimischer Kulisse, die andere auswärts. Wer es unter die besten Acht in der Tabelle schafft, spart sich die Zwischenrunde und zieht direkt ins Achtelfinale ein. Die Teams auf den Rängen 9 bis 24 bestreiten die Zwischenrunde – ein Gegner mit Hin- und Rückspiel. Wer 25. und schlechter platziert ist, verabschiedet sich aus der internationalen Saison.


Für wen kann es ein Finale daheim werden?


Das Estadio Metropolitano ist die Heimspielstätte von Atlético Madrid. Die Mannschaft von Trainer-Vulkan Diego Simeone scheiterte in der vergangenen Saison im Halbfinale. Die Europa League gewann Atlético schon dreimal, die Königsklasse noch nie. Es wäre die ultimative Krönung im eigenen Stadion – und eine besonders schmerzliche Erfahrung, sollte Stadtrivale Real den Titel holen.


Wann geht es nach der Gruppenphase weiter?


Die zweite Phase der Champions League beginnt Mitte Februar. Am 16./17. und 23./24. Februar kommenden Jahres wird die Zwischenrunde gespielt, mit dem Achtelfinale geht es am 9./10. und 16./17. März weiter. Die Runde der besten Acht ist für den 6./7. und 13./14. April angesetzt, das Halbfinale für den 27./28. April und 4./5. Mai 2027. Das Endspiel wird am 5. Juni 2027 angepfiffen.


Wie viel Geld ist insgesamt im Spiel?


Wie in der Vorsaison schüttet die UEFA insgesamt 2,467 Milliarden Euro an die Teilnehmer aus. Das Startgeld für jeden Klub beträgt 18,62 Millionen Euro, hinzu kommen Ergebnisprämien (etwa 2,1 Millionen pro Sieg) sowie am Ende der Ligaphase von der Tabellenplatzierung abhängige Zahlungen. Zusammen mit den möglichen Einnahmen aus der K.o.-Phase sind so im Maximalfall mehr als 110 Millionen Euro nur durch leistungsbezogene Prämien möglich. Hinzu kommen Zuschauereinnahmen und die Prämien aus dem so genannten „Value-Topf“, für den insgesamt 853 Millionen Euro vorgesehen sind. (dpa/belga/tf)

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