Euregio
Die seismischen Untersuchungen sind Teil der Machbarkeitsstudie für das Einstein-Teleskop, das in einer Tiefe von 250 bis 300 Metern unter der Erde entstehen könnte. Anknüpfend an Untersuchungen im vergangenen Frühjahr werden in 30 Gemeinden in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, in der Wallonie, in Belgisch- und Niederländisch-Limburg sowie im Aachener Raum über einen Zeitraum von etwa 30 Tagen insgesamt 550 Geophone aufgestellt.
Zahlreiche Geophone werden aufgestellt und wieder eingesammelt.
Geophone sind kleine Seismometer, die diese Schwingungen erfassen. Auf diese Weise können Umgebungsgeräusche, beispielsweise aus der Industrie, von fließendem Wasser aus Bächen oder von Eisenbahnstrecken, im Vergleich zu Standorten registriert werden, an denen zuvor Tiefbohrungen stattgefunden haben.
Mit den Gemeinden und den Eigentümern der Standorte, an denen ein oder mehrere Geophone aufgestellt werden, wurden Vereinbarungen über die Genehmigung und die Dauer der Untersuchung getroffen, teilen die Initiatoren mit. „Es sind keine besonderen Verkehrsmaßnahmen erforderlich, und die Untersuchung verursacht keine Beeinträchtigungen.“
Bei den 550 Geophonen handelt es sich um kleine, dichte Kunststoffboxen mit einem eingebauten Rauschmesser. Das Gerät macht keinen Lärm und sendet keine Signale aus. An der Oberseite befindet sich ein sehr schwaches LED-Lämpchen, das anzeigt, ob das Geophon in Betrieb ist. „Wir vergraben die Geophone etwa 15 Zentimeter tief im Boden und holen sie nach drei bis vier Wochen wieder heraus, um das Loch im Boden wieder zu verschließen. Die Nutzung des Geländes wird während dieser Wochen dadurch nicht beeinträchtigt. Die Auswirkungen sind praktisch null“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Untersuchung wird im Auftrag des Projektbüros „Einstein Telescope“ von der Universität Lüttich, dem Königlich-Niederländischen Meteorologischen Institut (KNMI) und der RWTH Aachen durchgeführt.
Gleichzeitig beginnt in einem kleinen Teil des Umlands der Gemeinden Bleyberg, Welkenraedt, Gulpen-Wittem, Dalhem und Herve eine andere Art der seismischen Untersuchung. Bei dieser Untersuchung fährt ein Traktor mit seismischen, elektrischen Messgeräten eine Strecke ab und sendet dabei Schwingungen in den Boden aus, die auf den Bereich niedriger (Hertz-)Frequenzen ausgerichtet sind. Entlang der Strecke registrieren Geophone die Reflexion solcher Schwingungen. Diese werden vorübergehend entlang der Strecke aufgestellt und nach der Messung wieder abgeholt.
Die Messungen in den Gemeinden Plombières, Welkenraedt und Gulpen-Wittem finden tagsüber statt, die in Herve und Dalhem nachts.
Die Geophone werden nach jeder Route abgeholt, ausgelesen und anschließend gereinigt. Anschließend werden sie bei der nächsten Route erneut eingesetzt.
Insgesamt handelt es sich um eine Strecke von zwölf Kilometern.
Die Anwohner der Strecke werden rechtzeitig per Brief über die Untersuchung informiert.
Durchführender der Untersuchung ist das Unternehmen Faraday Geophysics. (red/ab)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren