Nicht alles, was auf der diesjährigen Technikmesse IFA (Zuschauertage laufen noch bis zum 8. September) rund um den Haushalt präsentiert wird, ist wirklich neu. Häufig drehen die Hersteller nur an Feinheiten ihrer Klassiker. Doch dabei zeichnet sich eine Richtung ab: Weniger ist mehr. Das beginnt bei der Bedienung – Miele entwirft mit seiner Konzeptstudie „Cary“ etwa eine Waschmaschine, bei der nur noch die Starttaste gedrückt werden muss. AEG präsentiert ein Kochfeld, auf dem One Pot Pasta ohne ständiges Umrühren gelingen soll. Und auch bei der Optik gilt zunehmend: Geräte sollen sich zurücknehmen, statt Aufmerksamkeit einzufordern. Die wichtigsten Trends im Überblick:
1. Achtung Foto!: Die Kamera ist das Ding der Stunde, zumindest bei den auf der IFA präsentierten Öfen. Hersteller arbeiten schon länger mit integrierten Kameras zur automatisierten Gerichteerkennung und erweitern deren Möglichkeiten. Siemens zeigt etwa seinen KI-Backofen „IQ700“. Der erkennt nicht mehr nur Standardgerichte wie Pizza, sondern kann auch persönliche Spezialgerichte einbeziehen. Eigene Kreationen werden fotografiert und samt Programm, Temperatur und Backzeit als Favorit hinterlegt. Beim nächsten Mal soll der Ofen das Gericht erkennen und die passenden Einstellungen übernehmen. Doch auch Spülmaschinen machen inzwischen Fotos. Das Miele-Modell „G8 Diamond“ soll beim Schließen erkennen, welche Teller, Töpfe oder Tassen auf Reinigung warten, und den Spülprozess entsprechend anpassen. Auch Reinigungsmittel und Trocknung werden automatisch gesteuert. Über die App lässt sich zudem festlegen, bei welchem Beladungsstand und zu welcher Uhrzeit die Maschine starten soll. Der Start kann auch an den Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage gekoppelt werden.
2. Wenn Geräte Verstecken spielen: Viele Haushaltsgeräte werden nur gelegentlich gebraucht, nehmen aber dauerhaft Platz weg. Die Hersteller setzen deshalb verstärkt auf kompakte Lösungen oder Geräte, die sich verstecken lassen. Noch Zukunftsmusik ist das Miele-Konzept „Compact Living“ mit Küchenmöbeln, deren Funktionen sich mit wenigen Handgriffen verbergen lassen. Andere Lösungen gibt es bereits: Dampfschubladen etwa verschwinden unter Öfen oder in Küchenfronten. Auch Saug-Wisch-Roboter sollen aus dem Blickfeld verschwinden. Bosch zeigt auf der IFA eine Einbau-Variante, deren Servicestation im Küchenschrank unter dem Mülleimer Platz findet. Dort kann der Roboter außerhalb seiner Arbeitszeiten gereinigt werden.
3. Matte bis bunte Aussichten: Bei der Optik ist vor allem eines angesagt: möglichst wenig Glanz. Kochfelder, Öfen und Dunstabzugshauben werden zunehmend in mattem Schwarz angeboten. AEG zeigt Geräte in silbrig-mattem Schwarz, Bosch erweitert sein Sortiment um ein mattschwarzes Einbauherd-Set. Matte Oberflächen sollen zudem Fingerabdrücke und kleinere Kratzer weniger sichtbar machen. Der Begriff „Weiße Ware“ passt damit immer weniger. Miele setzt etwa auf ein zurückhaltendes Grau-Beige unter dem Motto „Pearl beige is the new black“. Deutlich bunter wird es bei Liebherr: Dort lassen sich Kühlschränke mit verschiedenen Designs konfigurieren – auf Wunsch sogar mit farbenfrohem Blumenmuster. (dpa/sc)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren