Serhou Guirassy (61.) und Fabio Silva (66.) trafen für die Dortmunder, die am Dienstag keine Probleme in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Oberligisten HEBC aus Hamburg (5:0) hatten. Entscheidend war ein spätes Eigentor von Albian Hajdari (87.). Die Kraichgauer starteten zum ersten Mal seit 2015 wieder mit zwei Niederlagen in die Spielzeit. Daran änderten auch die Tore von Leon Avdullahu (45.) und Tim Lemperle (54.) nichts.
Bei den Dortmundern, die ohne den langzeitverletzten Neuzugang Giannis Konstantelias (Kreuzbandriss), Nico Schlotterbeck, Emre Can und den gesperrten Samuele Inacio auskommen mussten, saß Last-Minute-Leihe Ethan Nwaneri zunächst auf der Bank. „Er ist erst seit zwei Tagen da. Er hat einen Crashkurs bekommen, aber das reicht noch nicht. Wir müssen ihm ein bisschen Zeit geben“, sagte Trainer Niko Kovac kurz vor seinem 50. Ligaspiel an der BVB-Seitenlinie bei Sky über den englischen U21-Nationalspieler, der als Ersatz für Konstantelias vom FC Arsenal gekommen ist. Die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Sinsheimer Arena sahen in der Anfangsphase eine zerfahrene Partie. Beide Teams brachten kaum Struktur in ihr Spiel. Nur der Ex-Hoffenheimer Maximilian Beier sorgte für einen Hauch von Gefahr vor dem TSG-Tor (6.). Bei den Gastgebern, bei denen Fisnik Asllani, Koki Machida und Alexander Prass fehlten, schloss Adam Hlozek nicht genau genug ab (17.). Nach einer knappen halben Stunde gab es mehr zu sehen. Zunächst parierte Dortmunds Torwart Gregor Kobel einen Schuss des Hoffenheimer Neuzugangs Adam Daghim (30.). Kurz darauf musste BVB-Verteidiger Filippo Mane verletzt vom Platz (32.), Nwaneri kam dadurch früher als erwartet zu seinem Bundesligadebüt. Zwei Minuten später musste Kobel bei einem Kopfball Hlozeks ran.
Die Gäste wurden gegen Ende der ersten Hälfte immer schwächer und bettelten um ein Gegentor. Der Kosovo-Schweizer Avdullahu tat ihnen mit einem sehenswerten Distanzschuss noch vor der Pause den „Gefallen“. Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam der Dortmunder Neuzugang Joey Veerman für den schwachen deutschen Nationalspieler Felix Nmecha. Besser wurde es aus BVB-Sicht allerdings nicht. Kobel musste die Gäste mit einer Parade gegen den frei vor ihm aufgetauchten Lemperle im Spiel halten (49.). Vier Minuten später hatte Ozan Kabak das zweite TSG-Tor auf dem Kopf. Die Dortmunder fielen in dieser Phase in sich zusammen. Lemperle erzielte den längst fälligen Treffer. Der Schuss des Ex-Kölners wurde von BVB-Kapitän Waldemar Anton abgefälscht. Der Dortmunder Anschluss durch Guirassy fiel aus dem Nichts, die Hoffenheimer beschwerten sich über ein angebliches Foul in der Entstehung des Tores. Der kurz zuvor eingewechselte Fabio Silva machte den Doppelschlag binnen fünf Minuten perfekt - der BVB war wieder im Spiel. Am Ende reichte ein glückliches Tor sogar noch zum Sieg.

Comeback nach Einwurf-Diskussionen: Aufsteiger SV Elversberg hat derweil in einer teils wilden Partie seinen Traumstart in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Eine Woche nach der geglückten Premiere im Oberhaus gegen Bayer Leverkusen legte der Dorfklub nach und feierte bei Borussia Mönchengladbach mit einem 4:3 (1:2) seinen ersten Auswärtserfolg. Nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel schwimmt der mit 13.000 Einwohnern kleinste Erstliga-Standort der Historie weiter auf der Erfolgswelle, muss mit der Gelb-Roten Karte für Trainer Vincent Wagner aber einen Wermutstropfen verdauen. David Mokwa (29.), Maurice Krattenmacher (66., 90.+2) und Felix Keidel (80.) mit einem sehenswerten Freistoß drehten die Partie für die Elversberger, die nach einem viel diskutierten Einwurf in Rückstand geraten waren. Für Aufregung auf Elversberger Seite sorgte dabei der zweite Treffer des Gladbacher Doppelpackers Hugo Bolin (11./44.). Der Offensivspieler schlug nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Tim Kleindienst erneut zu - die SVE schien überrumpelt, beschwerte sich aber im Anschluss wohl zurecht, dass Kleindienst zuletzt am Ball gewesen sei.
Trainer Wagner diskutierte kurz nach Abpfiff der ersten Halbzeit erneut mit Schiedsrichter Martin Petersen, der dem Coach auf dem Weg in die Kabine die Gelb-Rote Karte zeigte - der SVE-Coach wird somit das Duell seiner Mannschaft mit Rekordmeister Bayern München in der kommenden Woche am Sonntag (17.30 Uhr) verpassen. Auch die zweite Hälfte in Gladbach erlebte Wagner von der Tribüne aus. Doch nach dem Treffer von Joe Scally (56.) kam seine Mannschaft eindrucksvoll zurück. „Gladbach ist eine Hürde, die nicht viel kleiner ist als Leverkusen“, hatte Wagner, der nach dem Erfolg gegen die Werkself keinen Grund für eine Veränderung in seiner Startformation sah, im Vorfeld gewarnt. Gladbachs Neuzugang Nicolas Kühn musste zunächst zuschauen und sah, wie sein neues Team früh in Führung ging. Nach einer Ecke bekam die SVE den Ball nicht richtig geklärt, Bolin köpfte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Auf der anderen Seite traf Francis Onyeka frei vor Keeper Moritz Nicolas nur den Pfosten (13.). Mit Tempo ging es wieder in die andere Richtung, der Treffer von Wael Mohya zählte aufgrund einer Abseitsposition von Bolin jedoch nicht (15.). Gladbach blieb am Drücker, doch Mokwa nutzte eine Elversberger Kontersituation eiskalt aus. Nach dem viel diskutierten Einwurf inklusive Gegentreffer folgte durch Scally kurz nach der Pause der zweite Nackenschlag für die Elversberger. Doch Krattenmacher brachte nicht einmal zwei Minuten nach seiner Einwechslung die Elversberger wieder ins Spiel, das bis zum Schluss umkämpft war. Keidel und erneut Krattenmacher ließen die SVE sogar noch jubeln.
Außerdem besiegte Werder Bremen RB Leipzig mit 3:1, Paderborn verlor zu Hause gegen Freiburg (0:1) und Bayer Leverkusen meldete sich mit einem 4:0-Heimsieg gegen Union Berlin zurück. (sid/sc)

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