Duales Studium in der Deutschsprachigen Gemeinschaft neu geregelt

<p>Duale Bachelorstudiengänge verbinden in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Studium und praktische Berufserfahrung im Betrieb.</p>
Duale Bachelorstudiengänge verbinden in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Studium und praktische Berufserfahrung im Betrieb. | Illustration: picture alliance/dpa

Wer in Ostbelgien Buchhaltung oder Public and Business Administration studiert, lernt an mehreren Orten: im Unterricht und im Ausbildungsbetrieb. Seit dem 1. September regelt ein neues Kooperationsabkommen, wie diese Doppelrolle organisiert wird. Es ersetzt eine Vereinbarung aus dem Jahr 2012. Worum geht es genau? Duale Bachelorstudiengänge verbinden theoretisches Fachwissen mit einer praktischen Ausbildung im Betrieb. Getragen werden sie gemeinsam von der Autonomen Hochschule Ostbelgien (AHS), dem Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in kleinen und mittleren Unternehmen (IAWM), dem Zentrum für Aus- und Weiterbildung des Mittelstands (ZAWM) und der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

„Die dualen Bachelorstudiengänge verlangen ein enges Zusammenspiel dreier Einrichtungen. Was das neue Abkommen regelt, klingt technisch, entscheidet aber darüber, ob ein solcher Studiengang für Studierende, Betriebe und Institutionen funktioniert“, wird Unterrichts- und Ausbildungsminister Jérôme Franssen (CSP) in einer Mitteilung aus seinem Kabinett zitiert. Seit Jahren entwickelten sich sowohl die Angebotslandschaft der Studiengänge als auch die Anforderungen des Arbeitsmarktes weiter. Das Abkommen verteilt den Angaben zufolge die Aufgaben klar zwischen den Partnern. Der Fachunterricht findet am ZAWM statt, das die Dozierenden anwirbt, die Lehraufträge erteilt und über einen eigens benannten Referenten die Organisation der Kurse verantwortet. Die Studierenden schreiben sich sowohl an der AHS als auch am ZAWM ein, alles Organisatorische zum Ausbildungsbetrieb wird über das IAWM abgewickelt. Das IAWM erstellt zudem die Studienprogramme und die jährliche Studienordnung, schließt die Meistervolontariatsverträge mit den Studierenden ab und begleitet sie und ihre Ausbildungsbetriebe über die gesamte Ausbildungszeit, heißt es in der Pressemitteilung. Alternativ ist der Zugang zum Studium auch über einen Arbeitsvertrag möglich, die Voraussetzungen prüft das IAWM. Die AHS führt den Vorsitz der Prüfungsausschüsse, erstellt die Zeugnisse und verleiht das Bachelordiplom.

„Ein Studierender, der neben dem Studium in einem Betrieb arbeitet, soll sich nicht damit befassen müssen, welche Einrichtung wofür zuständig ist. Genau das nimmt ihm dieses Abkommen ab“, so Jérôme Franssen. „Dasselbe gilt für die Betriebe: Wer sich auf mehrere Jahre Ausbildung einlässt, muss sich auf verlässliche Abläufe stützen können.“ Der Unterrichtsminister führt weiter aus: „Junge Menschen können in Ostbelgien studieren, gleichzeitig Berufserfahrung in einem Betrieb sammeln und bleiben so der Region erhalten. Die Unternehmen bilden ihre Fachkräfte von morgen selbst mit aus und sichern sich so qualifizierten Nachwuchs.“ Ein gemeinsamer Begleitausschuss aus Vertretern aller Partner tagt mindestens zweimal jährlich, heißt es weiter in der Mitteilung. Er stimme die pädagogische Aufsicht ab und begleite die angestrebte Akkreditierung der Studiengänge. Das Kooperationsabkommen gilt für vier Jahre. (red/sc)

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