Das geht aus der Sommerbilanz des Interkommunalen Küstenrettungsdienstes Westflanderns (IKWV) hervor. Besonders viel zu tun gab es im Juli: Damals wurden 466 Personen als vermisst gemeldet, im August waren es 379. Gegen Ende des Ferienmonats beruhigte sich die Lage.
In den allermeisten Fällen dauerte die Suche glücklicherweise nicht lange. 84 Prozent der Vermissten wurden innerhalb einer halben Stunde wiedergefunden. Meist handelte es sich um Kinder bis zwölf Jahre, allerdings gingen auch 27 Erwachsene verloren.
„Auch die Strandbesucher tragen Verantwortung. Eltern und Begleitpersonen müssen ihre Kinder gut im Auge behalten und sie bis ans Wasser begleiten. Die Hauptaufgabe der Rettungsschwimmer ist es, die Menschen im Wasser und die Wassersportler zu überwachen“, betont IKWV-Präsident Wim Demeester.
Die Zahl der Vermissten lag aufgrund des großen Andrangs an der Küste deutlich über dem Niveau von 2025, blieb allerdings klar unter den Zahlen von 2024.
Starke Strömung überrascht viele Schwimmer
Auch auf dem Wasser mussten die Rettungskräfte häufig eingreifen. Insgesamt rückten sie 429-mal aus, um Menschen in Schwierigkeiten zu helfen. Auffällig war dabei laut IKWV, dass besonders viele Schwimmer von starkem Wellengang und kräftigen Strömungen überrascht wurden. Dieser Trend hatte sich bereits im Juli gezeigt und setzte sich im August fort.
Auch Wassersportler benötigten regelmäßig Hilfe, insbesondere Kitesurfer. Einsätze wegen eingestürzter Sandgruben blieben dagegen mit zwei Fällen selten. Der Küstenrettungsdienst führt dies auch auf die intensive Aufklärung über die Gefahren tiefer Löcher im Sand zurück.
Besonders problematisch: Rund 75 bis 80 Prozent aller Rettungseinsätze fanden weiterhin in unbewachten Strandabschnitten statt. Der IKWV ruft Badegäste deshalb ausdrücklich dazu auf, zum Schwimmen bewachte Bereiche zu nutzen.
Mehr als 8.600 Behandlungen
Viel Betrieb herrschte auch in den Erste-Hilfe-Stationen entlang der Küste. Im Juli und August ließen sich dort insgesamt 8.644 Strandbesucher behandeln. Mehr als die Hälfte kam wegen kleiner Schnitt- und Schürfwunden durch Muscheln oder Splitter. Auch Verletzungen durch Petermännchen und Quallen führten zu Hunderten Behandlungen.
Für die Sicherheit an den belgischen Stränden waren in diesem Sommer rund 1.400 Rettungsschwimmer im Einsatz. Insgesamt überwachten sie entlang der Küste Strandabschnitte mit einer Länge von 34 Kilometern. (belga/calü)

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