D’Ieteren Automotive baut um: Hunderte Jobs und mehrere Standorte betroffen

<p>D’Ieteren Automotive plant eine umfassende Umstrukturierung.</p>
D’Ieteren Automotive plant eine umfassende Umstrukturierung. | Foto: Photo News

Die Unternehmensleitung stellte den sogenannten „strategischen Transformationsplan“ am Donnerstag bei einer Betriebsratssitzung vor. D’Ieteren begründet den Schritt mit den tiefgreifenden Veränderungen auf dem Automobil- und Mobilitätsmarkt.

Nach Angaben des Unternehmens steht die belgische Autobranche vor einem „beispiellosen“ Strukturwandel. Genannt werden unter anderem die Umstellung auf emissionsärmere Fahrzeuge, veränderte Mobilitätsgewohnheiten, das ab 2027 verpflichtende Mobilitätsbudget sowie die durch Künstliche Intelligenz (KI) beschleunigte Digitalisierung. Hinzu komme ein immer schärferer internationaler Wettbewerb.

Diese Entwicklungen träfen auf einen Markt, der bereits seit der Corona-Pandemie strukturell rückläufig sei.

Weg vom reinen Autoverkauf

D’Ieteren sieht deshalb grundlegenden Anpassungsbedarf. „Bestimmte Aktivitäten, Funktionen und Strukturen entsprechen nicht mehr den künftigen Realitäten des Marktes“, erklärt das Unternehmen.

Das Geschäftsmodell soll sich stärker verändern: Statt sich hauptsächlich auf den Verkauf von Neuwagen zu konzentrieren, will D’Ieteren künftig verstärkt auf Mobilitätsangebote, Dienstleistungen und eine langfristige Kundenbindung setzen.

Für Kunden und die unabhängigen Vertragshändler soll die Umstrukturierung nach Unternehmensangaben keine unmittelbaren Folgen haben. Verkauf und Kundendienst der von D’Ieteren vertriebenen Marken sollen dort wie gewohnt weiterlaufen.

Gewerkschaft von Ausmaß überrascht

Nach Angaben von FGTB-Sprecher Jean-Paul Sellekaerts sind vor allem Angestellte betroffen. Von den möglicherweise wegfallenden Stellen entfallen demnach 236 auf Angestellte, hinzu kommen rund 100 Arbeiter.

Die Unternehmensleitung wolle unter anderem den Personalbestand im Karosseriebereich reduzieren, insbesondere am Standort Zaventem. Zudem sollen nach Angaben des Gewerkschafters einige Autohäuser geschlossen werden.

„Wir wussten, dass sich etwas zusammenbraut, weil der Markt turbulent ist. Vom Ausmaß dieser Umstrukturierung waren wir dennoch überrascht“, sagte Sellekaerts.

Am Donnerstag wurde das gesetzlich vorgeschriebene Informations- und Konsultationsverfahren nach der sogenannten Renault-Prozedur eingeleitet. Damit sind die angekündigten Stellenstreichungen noch nicht endgültig beschlossen.

D’Ieteren Automotive beschäftigt laut seinem jüngsten Jahresbericht umgerechnet 2.945 Vollzeitkräfte. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment