Neue Aufnahmen aus Pelzfarmen: GAIA fordert EU-weites Verbot

<p>Stark übergewichtige Füchse in einer finnischen Pelzfarm: Tierschützer kritisieren die gezielte Zucht besonders großer Tiere und fordern ein EU-weites Verbot der Pelztierhaltung.</p>
Stark übergewichtige Füchse in einer finnischen Pelzfarm: Tierschützer kritisieren die gezielte Zucht besonders großer Tiere und fordern ein EU-weites Verbot der Pelztierhaltung. | Foto: GAIA

Die Bilder entstanden nach Angaben von GAIA zwischen November 2025 und April 2026. Beteiligt waren neben der belgischen Organisation die Fur Free Alliance und die schwedische Tierschutzorganisation Project 1882.

Zu sehen seien unter anderem stark übergewichtige Füchse mit ausgeprägten Hautfalten, die unter Augenentzündungen und unbehandelten Verletzungen litten. Einige Tiere könnten sich kaum noch bewegen und würden in kleinen Käfigen gehalten, berichtet GAIA.

Besonders kritisieren die Organisationen die Zucht ungewöhnlich großer Tiere. Füchse würden gezielt danach ausgewählt, ein übermäßiges Körpergewicht und eine größere Körperoberfläche zu erreichen.

„Sie werden buchstäblich deformiert, um einige Zentimeter mehr Pelz zu produzieren“, sagt Sébastien de Jonge, operativer Direktor von GAIA. Nach Angaben der Tierschützer wogen für die Pelzproduktion gezüchtete Polarfüchse in den 1990er-Jahren noch sieben bis acht Kilogramm. 2014 seien es bereits bis zu 20 Kilogramm gewesen.

Ähnliche Zustände waren bereits 2017 angeprangert worden. Die finnische Pelzindustrie kündigte damals unter anderem an, nicht länger gezielt besonders große Tiere zu züchten. Zudem sollte eine maximale Größe für Pelze festgelegt werden, die auf den Markt gebracht werden dürfen.

Aus Sicht von GAIA haben diese Maßnahmen nicht ausgereicht. „Fast zehn Jahre später zeigen die neuen Bilder, dass diese Versprechen nicht eingehalten wurden“, kritisiert die Organisation.

Entscheidung auf europäischer Ebene steht an

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist bewusst gewählt. Die EU-Kommission muss sich mit der Zukunft der Pelztierzucht und des Handels mit Pelzprodukten in der Europäischen Union befassen. Hintergrund ist die Europäische Bürgerinitiative „Fur Free Europe“, die von mehr als 1,5 Millionen Menschen unterstützt wurde.

GAIA fordert, dass daraus ein EU-weites Verbot hervorgeht. Belgien ist bei der Pelztierzucht bereits weiter: Seit 2023 dürfen hierzulande keine Tiere mehr für ihren Pelz gezüchtet werden. Der Verkauf von Pelzprodukten ist allerdings weiterhin erlaubt. (belga/calü)

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