Francken hält sich derzeit gemeinsam mit Premierminister Bart De Wever (N-VA) in Indien auf. Für den Verteidigungsminister steht bei der Reise vorrangig die Sicherheitspolitik im Mittelpunkt. „Was in Asien geschieht, hat Folgen für Europa – und umgekehrt. Unsere Sicherheit endet nicht an unseren Grenzen“, erklärte Francken. Deshalb müsse Belgien mit starken Partnern wie Indien militärisch, technologisch und industriell enger zusammenarbeiten.
Die geplante Absichtserklärung soll den Rahmen für eine dauerhafte Zusammenarbeit der Streitkräfte schaffen. Vorgesehen sind unter anderem gemeinsame Ausbildungen und Übungen, der Austausch von Offizieren sowie Kooperationen bei Forschung und Entwicklung und im Bereich der maritimen Sicherheit. Zudem wollen beide Länder einen gemeinsamen Fahrplan für die Zusammenarbeit ihrer Verteidigungsindustrien ausarbeiten.
Auch das Belgian Defence College richtet den Blick nach Indien: Sein „World Study Trip“ soll 2027 dort stattfinden.
Chancen für belgische Unternehmen
„Wir haben Vertrauen aufgebaut. Jetzt müssen wir daraus konkrete Zusammenarbeit machen“, sagte Francken. Es gehe nicht um unverbindliche Erklärungen, sondern um „gemeinsame Ausbildungen, Industrieprojekte und Chancen für unsere Unternehmen“.
Parallel dazu wollen die Branchenverbände Belgian Security & Defence Industry (BSDI) und Society of Indian Defence Manufacturers (SIDM) ein Kooperationsabkommen unterzeichnen. Für die belgische Verteidigungsindustrie könnte der indische Markt nach Einschätzung Franckens erhebliche wirtschaftliche Möglichkeiten bieten.
„Die Größenordnung ist enorm“, erklärte der Minister. Indien modernisiere eines der größten Militärs der Welt. „Wer mit seiner Technologie Zugang zu diesen Programmen erhält, spricht schnell über große Bestellungen und große Verträge.“
Francken sieht belgische Unternehmen insbesondere in Bereichen gut aufgestellt, in denen Indien seine Fähigkeiten ausbauen möchte. An der Mission nehmen 15 belgische Verteidigungsunternehmen teil. Neben der Vereinbarung der beiden Branchenverbände stehen sieben konkrete industrielle Kooperationen auf dem Programm. (belga/calü)

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