Festivalwährungen in der Kritik: Testachats fordert einfacheres Bezahlen

<p>Bargeldlos bezahlen gehört auf vielen Festivals längst zum Alltag. Verbraucherschützer kritisieren jedoch komplizierte Bezahlsysteme und mögliche Gebühren für die Rückerstattung von Restguthaben.</p>
Bargeldlos bezahlen gehört auf vielen Festivals längst zum Alltag. Verbraucherschützer kritisieren jedoch komplizierte Bezahlsysteme und mögliche Gebühren für die Rückerstattung von Restguthaben. | Foto: Photo News

Vor allem verpflichtende bargeldlose Systeme mit eigenen digitalen Festivalwährungen stoßen bei den Verbraucherschützern auf Kritik. „Testachats ist davon kein Fan – erst recht nicht, wenn sich die jeweilige Währung nur schwer in Euro umrechnen lässt“, teilte die Organisation am Donnerstag mit.

Dass solche Systeme für Besucher schnell unübersichtlich werden können, zeigt auch eine Umfrage von Testachats aus dem Frühjahr. 64 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass Festivalwährungen es ihnen erschweren, den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten.

Als Beispiel nennt Testachats das Tomorrowland. Dort können Besucher die als „Pearls“ bezeichnete Festivalwährung in bestimmten Einheiten kaufen. „Für 20 Euro bekommt man 10,5 Pearls. Ein Strawberry Matcha Latte kostet dann 4,5 Pearls und ein Jupiler 0.0 2,25 Pearls“, erklärt Sprecherin Laura Clays.

<p>Pearls statt Euro: Beim Tomorrowland werden Getränke und Speisen in einer eigenen Festivalwährung bezahlt.</p>
Pearls statt Euro: Beim Tomorrowland werden Getränke und Speisen in einer eigenen Festivalwährung bezahlt. | Foto: Photo News

Immerhin würden die Verkaufsstände die Preise für Speisen und Getränke in der Regel zusätzlich in Euro ausweisen. Clays stellt dennoch die grundsätzliche Frage: „Warum muss man es so kompliziert machen, wenn Festivals auch einfach mit Euro arbeiten können, wie etwa Paradise City oder Ronquières?“

Kritisch sieht die Verbraucherorganisation zudem die teilweise hohen Gebühren, die anfallen können, wenn Besucher ihr nach dem Festival verbliebenes Guthaben zurückfordern wollen.

Bei der Untersuchung verglich Testachats verschiedene Festivals hinsichtlich der Verbraucherfreundlichkeit ihrer Bezahlsysteme. Am besten schnitten die Francofolies in Spa und das Brüsseler Brosella ab. Les Ardentes landete dagegen am Ende der Rangliste. (belga/calü)

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