„Der wilde Westen“: Premier League gibt 4 Milliarden Euro für Transfers aus

<p>Der Transfer des Argentiniers Enzo Fernández von Chelsea zu Manchester City ist mit 145 Millionen Euro der teuerste des Sommers.</p>
Der Transfer des Argentiniers Enzo Fernández von Chelsea zu Manchester City ist mit 145 Millionen Euro der teuerste des Sommers. | Foto: Photo News

Neun der zehn teuersten Einkäufe, Ausgaben von über vier Milliarden Euro – und damit mehr als die anderen vier Topligen zusammen: Der Transfer-Wahnsinn in der Premier League hat in diesem Sommer abermals eine neue Dimension erreicht. Mit dem 145 Millionen Euro schweren Wechsel von Enzo Fernández vom FC Chelsea zu Manchester City wurde am Deadline Day die nächste Schallmauer geknackt, die Bundesliga und Co. sind finanziell meilenweit abgehängt.

Letztlich gaben die schwerreichen Klubs von der Insel 4,1 Milliarden Euro (Quelle Transfermarkt.de) und damit nochmals rund 500 Millionen Euro mehr als im bisherigen Rekordsommer 2025 aus. Die deutsche Elite-Liga, die italienische Serie A, die spanische La Liga sowie die französische Ligue 1 kommen zusammen lediglich auf Ausgaben von rund 3,3 Milliarden Euro. Unter die teuersten zehn Sommertransfers mischte sich lediglich der für 125 Millionen Euro von Leipzig zu Real Madrid gewechselte Yan Diomandé.

Doch selbst der schafft es im Ranking lediglich auf Platz fünf, davor liegen noch Last-Minute-Deal Fernández sowie Elliot Anderson (135 Millionen Euro) von Manchester City sowie Chelseas Neuzugang Morgan Rogers (138 Millionen Euro) und Liverpools Bradley Barcola (135 Millionen Euro). Die teuersten Bundesliga-Transfers des Sommers waren die Neu-Münchner Ismael Saibari und Nathaniel Brown für jeweils 50 Millionen Euro, mit dieser Ablöse schafften sie es nicht unter die teuersten 30 Spieler des Sommers.

Allein 24 Transfers der Premier-League-Klubs waren kostspieliger. Letztlich verbuchte die schwerreiche englische Elite-Liga ein Transferminus von fast 1,6 Milliarden Euro, was dank der riesigen Einnahmen verschmerzbar sein dürfte. Der Kaufrausch kommt nicht überall gut an. Für den ehemaligen deutschen Nationalspieler Dietmar Hamann ist dies „der wilde Westen, das ist ungerecht. Wenn du einen Wettbewerb willst, dann brauchst du irgendwo Chancengleichheit“, sagte er bei RTL.

Die 18 deutschen Erstligisten investierten bis zum Transferschluss am Dienstag vergleichsweise „nur“ 782 Millionen Euro in neue Stars und damit fast 80 Millionen Euro weniger als im Rekord-Vorsommer. Dank Einnahmen von knapp 820 Millionen Euro entstand sogar ein Überschuss von fast 40 Millionen Euro. Am meisten investierte dank des Endspurts mit Moussa Diaby und Guela Doué Bayer Leverkusen mit letztlich 157 Millionen Euro. Dahinter folgen Borussia Dortmund mit 108,5 Millionen Euro und dann erst Branchenprimus Bayern mit 107 Millionen Euro.

Mit ihren Transferausgaben lag die Bundesliga im Liga-Ranking auf Rang drei. Deutlich vor ihr lag noch die Serie A mit Investitionen von 1,16 Milliarden Euro, damit machten die 20 italienischen Klubs aber auch ein Minus von mehr als 420 Millionen Euro. Die spanische La Liga machte ein Transferdefizit von knapp 260 Millionen Euro, obwohl sie mit 755 Millionen Euro etwas weniger Ausgaben hatte als die Bundesliga. Am meisten Geld floss in die Ligue 1: Die gab 600 Millionen aus, erzielte aber bei Einnahmen von 1,33 Milliarden ein dickes Plus von 730 Millionen Euro.

Doch auch dieser Überschuss wird kaum helfen, um die längst riesige finanzielle Lücke aller Ligen zur Premier League wieder zu schließen.

Belgien im Liga-Ranking auf Platz zehn

Im internationalen Vergleich der Transferausgaben befindet sich die 1. Division auf Platz zehn – hinter der zweiten englischen Liga (Championship), der türkischen Süper Lig, der Saudi Pro League und dem portugiesischem Oberhaus. 181,08 Millionen Euro gaben die belgischen Erstligisten in diesem Transferfenster aus.

Unantastbarer Anführer ist dabei Meister Club Brügge (51,4 Millionen Euro Ausgaben, 80,5 Millionen Einnahmen) vor Anderlecht (19,4 Millionen Ausgaben, 44,9 Millionen Einnahmen). Da die 18 D1-Vereine insgesamt 387 Millionen Euro einnahmen, kommen sie auf einen Überschuss von 206,83 Millionen Euro. (sid/tf)

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