Ab Ende des Jahres sollen die Gefangenen schrittweise in das neue Gefängnis verlegt werden. Insgesamt verfügt „De Kade“ über 440 Zellen. Bei der Eröffnung am Mittwoch waren daher zunächst vor allem Politiker und Vertreter der Behörden zu Gast.

Eigentlich hätte die neue Haftanstalt bereits am 19. Juni offiziell eingeweiht werden sollen. Technische Probleme machten den Verantwortlichen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Gut zwei Monate später konnte die Eröffnung nun nachgeholt werden.
Die föderale Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) sieht in dem Neubau mehr als einen Ersatz für eine in die Jahre gekommene Haftanstalt. „Wir brechen mit dem klassischen Gefängnismodell“, erklärte sie bei der Eröffnung.

Anders als viele ältere Gefängnisse in Belgien ist der Neubau nicht nach dem traditionellen sternförmigen Grundriss angelegt. „Das ist die Architektur der Zukunft – mit einer zeitgemäßen Vorstellung davon, wie Haft organisiert werden soll“, sagte Verlinden.
Die Eröffnung fällt allerdings in eine angespannte Zeit für den belgischen Strafvollzug. Erst in dieser Woche hat die gemeinsame Gewerkschaftsfront des Gefängnispersonals eine Streikankündigung für sämtliche Haftanstalten des Landes hinterlegt. Die Gewerkschaften beklagen unter anderem die Überbelegung der Gefängnisse, Personalmangel und Probleme mit der Infrastruktur. (belga/calü)

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