Audi-Werk in Brüssel bekommt neue Zukunft: 3.000 Arbeitsplätze geplant

<p>Ein Blick von oben auf das Audi-Gelände in Forest</p>
Ein Blick von oben auf das Audi-Gelände in Forest | Foto: belga

Heylen Warehouses und Audi haben sich mit Unterstützung der Region Brüssel-Hauptstadt auf die Übernahme verständigt, wie die Beteiligten am Dienstag mitteilten. Die juristischen Dokumente für das Geschäft werden derzeit noch fertiggestellt. Zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben.

Dass Heylen Warehouses zum Zug kommt, ist keine große Überraschung. Das im Kempenland ansässige Unternehmen hatte bereits in den vergangenen Monaten Interesse an dem ehemaligen Audi-Standort gezeigt.

Das Gelände gilt als besonders attraktiv: Es handelt sich um das größte Industrieareal der Region Brüssel. Neben seiner Nähe zur Stadt und zum Brüsseler Ring verfügt es über einen Bahnanschluss und eine Hochspannungsleitung.

Aus Audi Brussels soll „Rings Park 21“ werden

Das Projekt trägt vorläufig den Namen „Rings Park 21“. Geplant ist kein klassischer Gewerbepark, sondern ein Mix unterschiedlicher Nutzungen. Industrielle Aktivitäten sollen erhalten und weiterentwickelt werden, zugleich soll Platz für kleine und mittlere Unternehmen sowie innovative Betriebe entstehen.

Auch lokale Handwerker und Unternehmer sollen sich dort ansiedeln können. Teile des bisherigen Audi-Geländes sollen zudem für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Geplant sind eine neue Verkehrsachse durch das Areal und eine Aufwertung des Bahnhofs Forest-Midi. Einige der bestehenden Audi-Gebäude sollen weitergenutzt, andere abgerissen werden.

Welche Unternehmen sich dort konkret niederlassen werden, steht noch nicht fest. Heylen Warehouses führt nach eigenen Angaben Gespräche mit zahlreichen Interessenten – und setzt dabei ausdrücklich nicht nur auf internationale Großunternehmen.

„Die Gestaltung des Standorts wird an die Bedürfnisse des Marktes angepasst“, erklärt Yordi Van den Brande, Business Development Manager bei Heylen Warehouses. Entscheidend sei, was die Stadt, das Viertel und die Unternehmen benötigten. „Es ist wichtig, dass die lokale Wirtschaft hier einen klaren Platz bekommt: KMU, Handwerker und Unternehmer, die in ihrer eigenen Stadt wachsen möchten.“

Erste Arbeitsplätze bereits 2027

Bis der gesamte Standort umgestaltet ist, wird allerdings Zeit vergehen. Heylen Warehouses rechnet mit einem Entwicklungszeitraum von rund zehn Jahren. Erste Unternehmen könnten dennoch deutlich früher einziehen.

Bereits Anfang 2027 soll wieder wirtschaftliche Aktivität auf dem Gelände herrschen. Regionalminister Laurent Hublet (Les Engagés) sprach am Dienstag im frankofonen Rundfunk (RTBF) von zunächst „einigen Hundert Arbeitsplätzen“. Langfristig sollen mindestens 3.000 Jobs entstehen.

„Unser gemeinsames Versprechen ist es, diesen Standort in ein zur Stadt hin offenes Industrieareal mit einem vielfältigen Ökosystem zu verwandeln, das vollständig in das Brüsseler und belgische Wirtschaftsgefüge integriert ist“, erklärt Hublet.

Die Brüsseler Regierung will das Areal zudem zu einer „wirtschaftlichen Beschleunigungszone“ machen und damit neue Industrieunternehmen anlocken. Hublet möchte mit der Föderalregierung über einen Wettbewerbspakt verhandeln, durch den die Lohnkosten für Unternehmen in dieser Zone um vier bis fünf Prozent sinken könnten.

Mehr als 3.000 Jobs gingen verloren

Mit den neuen Plänen verbindet sich in Forest die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Neustart. Das Audi-Werk hatte am 28. Februar 2025 endgültig seine Tore geschlossen. Mehr als 3.000 Beschäftigte und Mitarbeiter von Zulieferern verloren dadurch ihre Arbeit. (belga/calü)

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