Nach Darstellung der Gewerkschaft bricht Brussels Airlines damit eine frühere Vereinbarung. Sollte das Unternehmen seine Entscheidung nicht zurücknehmen, könnten Aktionen folgen. Auswirkungen soll es allerdings ausschließlich auf Flüge von und nach Tel Aviv geben.
„Die CSC wird jeden Beschäftigten schützen, der nicht zu einem Kriegsziel fliegen möchte“, erklärt Gewerkschaftsvertreterin Jolinde Defieuw.
Beim Personal gebe es erhebliche Bedenken – sowohl mit Blick auf die körperliche Sicherheit als auch wegen der psychischen und ethischen Belastung solcher Einsätze. Die Gewerkschaft hält es angesichts des anhaltenden Krieges und des von ihr als Genozid bezeichneten Geschehens in Gaza für nicht vertretbar, Mitarbeiter verpflichtend auf diesen Verbindungen einzusetzen.
Gewerkschaft bezweifelt Sicherheitsbewertung
Die CSC stellt zudem die Einschätzung von Brussels Airlines infrage, wonach die Sicherheitslage eine Rückkehr zum normalen Flugbetrieb zulasse. Die Gewerkschaft erinnert daran, dass bei einer früheren Wiederaufnahme der Verbindungen eine Rakete auf dem Gelände des Flughafens Ben Gurion eingeschlagen sei – kurz vor dem geplanten Abflug einer Maschine.
Auch das belgische Außenministerium weise weiterhin auf die instabile Sicherheitslage hin und rate von allen nicht notwendigen Reisen nach Israel und Jerusalem ab, argumentiert die CSC. Die Gewerkschaft fordert deshalb von der Politik eine klare Position dazu, unter welchen Bedingungen kommerzielle Flüge in Konfliktgebiete durchgeführt werden können und wie das eingesetzte Personal geschützt werden soll.
Brussels Airlines: Sicherheit hat höchste Priorität
Brussels Airlines weist die Kritik zurück und betont, dass die Sicherheit der Beschäftigten und Passagiere stets oberste Priorität habe.
Die Fluggesellschaft hatte ihre Verbindungen nach Tel Aviv im Laufe des Sommers wieder aufgenommen. „In den ersten Wochen wurden diese Flüge von Freiwilligen durchgeführt“, erklärt Brussels Airlines. Nachdem die Wiederaufnahme erfolgreich verlaufen sei, könne man nun wieder zum üblichen Verfahren bei der Erstellung der Dienstpläne zurückkehren.
Gemeinsam mit den übrigen Fluggesellschaften der Lufthansa Group beobachte man die Situation vor Ort weiterhin genau. „Sollte es notwendig sein, können wir unsere Verfahren jederzeit anpassen“, so Brussels Airlines. (belga/calü)

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