Konkret schlägt Anders vor, die Pause auf die Zeit vom 15. Juli bis zum 15. August zu begrenzen. Danach sollen die Abgeordneten wieder regulär ihre Arbeit aufnehmen. Die derzeitige Regelung sei „nicht mehr zeitgemäß“, argumentiert De Gucht.
„Brand im Hohen Venn. Schießereien in Brüssel. Gleichzeitig kommt unsere Wirtschaft nicht vom Fleck: null Prozent Wachstum, hohe Inflation, extrem hohe Zinsen – und der Haushalt gerät immer weiter aus dem Ruder. Und was macht die Politik? Sie macht für zwei Monate das Licht aus“, kritisiert De Gucht.
Für den Parteivorsitzenden ist die lange politische Sommerpause auch im Vergleich mit anderen Arbeitnehmern schwer zu rechtfertigen. „Stellen Sie sich vor, Sie würden das als Unternehmer mit Ihrem Betrieb machen. Dann könnten Sie innerhalb kürzester Zeit dichtmachen“, sagt er.
De Gucht kritisiert insbesondere die aus seiner Sicht bestehende Sonderstellung der Politik. „In der Privatwirtschaft haben die meisten Menschen etwa 25 Urlaubstage. Allein im Sommer hat die Politik fast doppelt so viele. Warum ist das nötig?“, fragt der Anders-Vorsitzende.
Kaum ein anderer Bereich kenne eine derart lange Sommerpause. Lediglich im Bildungswesen gebe es eine vergleichbare Unterbrechung – und selbst dort werde über die Länge der Sommerferien diskutiert.
Mit einer parlamentarischen Pause vom 15. Juli bis zum 15. August würde sich die Politik nach Ansicht von Anders stärker am normalen Berufsleben orientieren. „So würden die Politiker Mitte August wieder mit voller Kraft an die Arbeit gehen – genau wie der Rest der Gesellschaft“, sagt De Gucht.
Zum Schulstart zieht er schließlich einen weiteren Vergleich: „1,2 Millionen Kinder zeigen morgen, wie es geht: Rücken gerade und wieder ran. Es ist Zeit, dass die Politik diesem Beispiel folgt.“ Drei bis vier Wochen wohlverdienter Urlaub seien ausreichend, so De Gucht. (belga/calü)

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