Der Vorfall begann laut Staatsanwaltschaft gegen 18.30 Uhr im Park. Dort feierte eine Gruppe russisch-ukrainischstämmiger Personen einen Geburtstag mit Grillen, während sich zeitgleich eine kurdisch-türkischstämmige Familie im Park aufhielt. Die Kinder beider Familien kannten sich aus der Schule und hatten zuvor gemeinsam gespielt. Aus einem Streit unter den Kindern entwickelte sich rasch ein Streit zwischen den Erwachsenen, bis schließlich rund 50 Menschen involviert waren und die Polizei gerufen wurde.
Vier Polizeibeamte rückten aus und versuchten zunächst, die Lage zu beruhigen, unter anderem mit Pfefferspray. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft griff das spätere 42-jährige Todesopfer daraufhin zu einem Messer und ging damit auf die Gruppe der „russisch-ukrainischstämmigen“ Personen zu. Eine Person aus dieser Gruppe habe versucht, sich ihm entgegenzustellen, und sei dabei mit dem Messer verletzt worden. Ein Polizeibeamter gab daraufhin zwei Schüsse auf den Mann ab, der zu Boden sank und noch vor Ort oder kurz darauf an den Folgen starb. Die verletzte Person wurde ins Eupener Krankenhaus gebracht, wo sich in der Folge rund 60 Familienmitglieder und Freunde versammelten, die Polizei löste die Versammlung später friedlich auf.
Diese Version der Staatsanwaltschaft wird jedoch von der Familie des Verstorbenen bestritten. Die Anwältin seiner Witwe, Hayat Karim, erklärte gegenüber dem belgischen Sender RTBF, ihr Mandant sei zum Zeitpunkt der Schüsse nicht bewaffnet gewesen. Den Einsatz einer Schusswaffe in einem Park gegen einen unbewaffneten Mann bezeichnete sie als surreal.
Weil die tödlichen Schüsse von einem Polizeibeamten im Dienst abgegeben wurden, ermittelt dazu das national zuständige Comité P, das auf solche Fälle spezialisiert ist. Getrennt davon untersucht die Föderale Kriminalpolizei Eupen den ursprünglichen Streit sowie den mutmaßlichen Messerangriff, unter anderem die Frage, ob und wie der Mann an ein Messer gelangt sein könnte. Für Montagnachmittag war in Lüttich die Autopsie des Verstorbenen angesetzt.
Die Polizei hat nach eigenen Angaben bereits rund 30 Zeugen identifiziert, einige wurden bereits vernommen. Die Föderale Kriminalpolizei Eupen bittet weitere Zeuginnen und Zeugen, die sich bislang noch nicht gemeldet haben, sich telefonisch unter der Nummer 087/450 450 zu melden oder sich im Kommissariat ihres Wohnorts vorzustellen. Wer den Vorfall ganz oder teilweise gefilmt hat, kann das Material per WhatsApp an die Nummer 0473811649 der Föderalen Kriminalpolizei Eupen schicken.
(max)

Kommentare
Was für "Eltern" sind das, die mit Waffen auf einander losgehen, wenn sich die Kinder nicht verstehen?
Sie verhalten sich einfach weiter so,wie da woher sie kommen.
Die Erwachsenen sind die Kinder von damals und die Kinder werden die Erwachsenen der Zukunft.
Schöne bunte Welt wird das dann mit viel Rot.
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2 Comments
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