Wer in Vorstellungen seines Traumhauses schwelgt, denkt oft an große Fenster, lichtdurchflutete Räume und sonnige Ausblicke. Helligkeit und Balkon zählen zu den klassischen Qualitätsmerkmalen einer Immobilie. Wofür Käufer denn auch bereit sind, mehr zu zahlen.
Nur… Im Sommer (und das nicht zum ersten Mal) konnte sich Familie K. nicht mehr an der unverbaubaren Sicht über die vormals sattgrüne Wiesenlandschaft bis hin zum nahen Waldgebiet erfreuen. Der Grund: An den großen, bodentiefen Fenstern mussten die Rollos unten bleiben.
Entscheidend ist und bleibt zunächst einmal die Architektur eines Gebäudes - ganz gleich ob Eigenheim oder Residenz. Einmal abgesehen von rüstigen Altbauvillen mit dicken Mauern und kleinen Fenstern beeinflusst die Architektur, zu welchen Tageszeiten Schatten entstehen kann und wie erholsam eine natürliche Belüftung durch Luftströmungen möglich ist.
Der „Kühlbedarf“ - so ein noch recht neuer wissenschaftlich-klimatischer Begriff - wird ebenfalls in (Ost)belgien in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter ansteigen. Bis 2050 könnte er sich mehr als verdoppeln, so eine Studie der Freien Universität Brüssel (2024). Mit u.a. der „brennenden“ Frage nach bestmöglicher Anpassung unserer Lebensweisen an merklich höhere Temperaturen als noch im vergangenen Jahrhundert.
Eine menschliche Herausforderung, die sich auch verstärkt auf dem Immobilienmarkt spiegeln wird. Somit die Frage an die Branche: Werden Gebäude aktuell schon diesem veränderten Anspruch gerecht oder zwischenzeitlich entsprechend gebaut? Oder berücksichtigen die Entwickler besagte Frage zumindest bei ihren Planungen?
Eine Fragestellung, die zugleich auf die Beratung abfärbt. Ein Beispiel… Mit einer Dachgeschosswohnung verbinden Interessenten oft Balkon und reichlich Sonne als „Zugabe“. Doch während das für die einen der absolute Wohntraum sein kann, stellt es für andere an heißen Sommertagen womöglich eine erhebliche Belastung dar.
Gerade da viele Bestandsimmobilien errichtet wurden, als Hitzeperioden merklich seltener waren, seien gezielte „Gegen“maßnahmen derzeit vielfach zwingend. Jedoch möglichst nicht nur als „Pflaster“ auf einer zunehmend brennenden Wunde.
Stattdessen sollten Initiativen und Vorkehrungen Vorrang haben, die eine drohende Überhitzung von vorneherein vermeiden, den Energiebedarf senken und Gebäude dauerhaft „klimafit“ machen. Kurzum: Das Klima sollte künftig auf dem Immobilienmarkt Teil der Lösung, nicht des Problems sein.

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