Das Außenministerium versucht gemeinsam mit der belgischen Botschaft in Neu-Delhi und dem Konsulat in Kathmandu, Informationen über das Schicksal der drei Vermissten zu erhalten. Auch mit deren Angehörigen stehen die Behörden in Kontakt.
Eine gute Nachricht gibt es zumindest für 33 weitere belgische Reisende, die sich über die Plattform „Travellers Online“ registriert hatten: Sie sind nach Angaben des Außenministeriums wohlauf. China hatte bereits mitgeteilt, dass sich keine Belgier auf der dortigen Opferliste befinden. Zu Belgiern, die dauerhaft in der betroffenen Region leben könnten, liegen bislang keine Angaben vor.
Rettungskräfte kämpfen sich durch Schlammmassen.
In den Katastrophengebieten läuft derweil die Suche nach Überlebenden auf Hochtouren. Wo normalerweise Pilger und Trekking-Touristen durch die Täler des Himalayas ziehen, kämpfen sich Rettungskräfte durch gewaltige Schlamm- und Geröllmassen. Viele Orte sind weiterhin nur schwer erreichbar.
Am Mittwoch hatte eine Sturzflut innerhalb kürzester Zeit Brücken fortgerissen, Straßen verschüttet und Häuser beschädigt. Videoaufnahmen zeigen eine gewaltige braune Wand aus Wasser, Schlamm und Geröll, die durch die Täler schießt.

Allein auf chinesischer Seite in Tibet werden laut chinesischen Staatsmedien mehr als 550 Menschen vermisst, darunter rund 260 Ausländer. In Nepal wurden nach Angaben von Premierminister Balen Shah mehr als 13.000 Kräfte aus Armee und Polizei für die Rettungsmaßnahmen mobilisiert. Allein am Donnerstag seien bei 69 Hilfsflügen 573 Menschen gerettet worden.
Besonders viele Vermisste stammen aus Indien. Das indische Außenministerium hat zu mindestens 288 Staatsangehörigen keinen Kontakt mehr. Viele von ihnen waren als Pilger auf dem Weg zum heiligen Berg Kailash und zum Manasarovar-See in Tibet.
Auch acht deutsche Staatsangehörige werden nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde vermisst. Eine zunächst vermisste Person aus der Schweiz konnte hingegen gerettet werden.
Die genaue Ursache der Katastrophe ist noch nicht abschließend geklärt. Erste Analysen deuten auf einen Gletscherabbruch oder eine Gletscherlawine hin. Nach Angaben des nepalesischen Katastrophenschutzes könnten Eis und Felsen zunächst einen Zufluss des Bhotekoshi blockiert haben. Dahinter staute sich möglicherweise ein See auf. Als die natürliche Barriere brach, könnten sich enorme Mengen Wasser, Eis und Geröll ins Tal ergossen haben.
Die Gefahr ist noch nicht vollständig gebannt. Chinesische Behörden warnen vor möglichen weiteren Fluten. Auf nepalesischer Seite hat sich demnach an einer Flussmündung ein neuer Stausee gebildet. Dort sollen sich bereits rund zwei Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt haben, weitere drei Millionen könnten hinzukommen. Der See ist laut chinesischem Staatsfernsehen bereits übergelaufen.
Mehrere Länder und internationale Organisationen haben Nepal inzwischen Unterstützung zugesagt. Indien brachte nach eigenen Angaben bislang 47,5 Tonnen Hilfsgüter ins Land, darunter Medikamente, Zelte, Decken, Solarlampen und Lebensmittel. Auch der Einsatz von Behelfsbrücken wird geprüft.
Die Vereinten Nationen sagten der Regierung in Kathmandu Unterstützung zu. Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung stellt umgerechnet rund eine Million Euro für erste Nothilfemaßnahmen bereit. Die USA kündigten 500.000 Dollar für Notunterkünfte, Trinkwasser und weitere Hilfsgüter an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte ebenfalls europäische Hilfe in Aussicht. Der Erdbeobachtungsdienst Copernicus wurde aktiviert, um die betroffenen Gebiete zu kartieren.
Auch Papst Leo XIV., der Dalai Lama und der britische König Charles III. äußerten ihr Mitgefühl mit den Opfern und ihren Angehörigen. (dpa/belga/calü)

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