Nach sechs Jahren: e5 mode wagt Comeback in der Wallonie

<p>e5 mode setzt wieder auf die Wallonie und plant fünf Geschäfte.</p>
e5 mode setzt wieder auf die Wallonie und plant fünf Geschäfte. | Foto: belga

Noch bis 2020 war e5 mode mit zwölf Geschäften und rund 41 Beschäftigten in der Wallonie vertreten. Dann zog sich die Kette schrittweise zurück. Sobald die jeweiligen Mietverträge ausliefen, wurden die Standorte geschlossen. Die Präsenz in der Wallonie sei damals zu gering gewesen, um dort wirtschaftlich gesund arbeiten zu können, begründete die Geschäftsführung die Entscheidung.

Es folgten schwierige Jahre. Während der Corona-Krise musste das Unternehmen zeitweise Schutz vor seinen Gläubigern suchen. 2021 gelang schließlich der Neustart mit der Übernahme durch die Textilunternehmer Peter und Kristof De Sutter, die e5 seither als Co-CEOs führen.

Unter den neuen Eigentümern wurde das Sortiment verjüngt. Gleichzeitig veränderte die Kette ihre Standortstrategie: Neben den weiterhin zahlreichen Geschäften an größeren Ausfallstraßen zog es e5 verstärkt in die Innenstädte. Auch der Onlineshop wurde überarbeitet.

Nun folgt der nächste Schritt. Mit einer Boutique in Waterloo meldet sich e5 erstmals seit 2020 in der Wallonie zurück. Bis 2030 sollen dort mindestens fünf Geschäfte entstehen. Landesweit will die Kette ihre derzeit rund 60 Standorte auf 70 ausbauen.

„Waterloo wird der Ausgangspunkt für eine schrittweise Expansion, wie e5 sie in den vergangenen Jahren auch in Flandern umgesetzt hat“, erklärt CEO Peter De Sutter. Zunächst wolle das Unternehmen testen, wie das Geschäftskonzept, die Verzahnung von stationärem und digitalem Handel sowie die Kollektionen bei der französischsprachigen Kundschaft ankommen. „Die Ergebnisse werden mitbestimmen, wo und wie schnell die nächsten wallonischen Geschäfte eröffnen.“

Dass die Wahl zunächst auf Waterloo fiel, ist kein Zufall. Die Gemeinde verfüge über eine starke kommerzielle Anziehungskraft und erreiche dadurch ein breites und modebewusstes Publikum, heißt es von der Kette.

Parallel zur Expansion investiert e5 weiter in Digitalisierung, Logistik und künstliche Intelligenz. Neue Systeme für Lagerverwaltung, Produktinformationen und die Bearbeitung von Bestellungen sollen Abläufe effizienter gestalten und den Kundenservice verbessern.

Wirtschaftlich sieht sich das Unternehmen dabei auf Wachstumskurs. Obwohl der belgische Modemarkt weiterhin unter Druck steht und laut Statbel weniger verkauft wird als noch vor einem Jahr, steigerte e5 seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben um knapp zehn Prozent. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen einen Nettoumsatz von 90 Millionen Euro und eine bereinigte operative Gewinnmarge (Rebitda) von zehn Prozent an. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment