Aus Zahlen, die die Zeitung angefordert hat, geht hervor, dass derzeit lediglich 22 Prozent der flämischen Schulen über Fachwissen im Umgang mit „kognitiv besonders leistungsfähigen“ Schülern verfügen. Dieser Begriff hat sich in den vergangenen Jahren etabliert und umfasst mehr als nur Hochbegabte. Gemeint sind Schüler mit ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten oder besonders guten schulischen Leistungen – in einzelnen Bereichen oder allgemein.
Nach mehreren Warnungen, dass die Gruppe der besonders leistungsstarken Schüler immer kleiner werde, wachse laut „De Standaard“ inzwischen auch in den Schulen das Bewusstsein dafür, dass diese Schüler zu häufig vergessen werden.
„Wir haben bereits Fortschritte gemacht, aber es liegt noch ein sehr langer Weg vor uns“, sagt Karine Verschueren von der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven), Koordinatorin des Kompetenzzentrums Talent, gegenüber der Zeitung. „Den Schulen gelingt es häufig nicht, das Potenzial der leistungsstärksten Schüler auszuschöpfen.“
Besonders häufig werden Mädchen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien übersehen. Aus einer niederländischen Untersuchung geht hervor, dass kognitiv besonders leistungsfähige Mädchen bis zu 33 Prozent seltener als solche erkannt werden als Jungen. Von den leistungsstärksten Schülern aus benachteiligten Familien wird lediglich rund ein Drittel als besonders leistungsfähig erkannt. (belga/rt)

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