Nur jeder sechste Motorradfahrer setzt auf spezielle Schutzausrüstung

<p>Nur 17 Prozent der Motorradfahrer greifen laut einer Studie der wallonischen Agentur für Verkehrssicherheit zu speziell entwickelter und zertifizierter Schutzkleidung.</p>
Nur 17 Prozent der Motorradfahrer greifen laut einer Studie der wallonischen Agentur für Verkehrssicherheit zu speziell entwickelter und zertifizierter Schutzkleidung. | Illustrationsbild: dpa

Demnach tragen 57 Prozent der Motorradfahrer die gesetzlich vorgeschriebene Ausrüstung. Lediglich 17 Prozent entscheiden sich jedoch für Schutzkleidung, die speziell für Motorradfahrer entwickelt und entsprechend zertifiziert ist. Dabei könne eine solche Ausrüstung bei einem Sturz oder Zusammenstoß einen entscheidenden Unterschied machen, betont die AWSR.

In Belgien müssen Fahrer und Beifahrer von Mopeds und Motorrädern verpflichtend einen Helm tragen. Seit 2011 schreibt das Gesetz für Motorradfahrer außerdem Handschuhe, eine langärmelige Jacke, eine Hose oder einen Schutzanzug sowie Stiefel oder Stiefeletten vor, die die Knöchel schützen.

Mit Ausnahme des Helms schreibt das Gesetz allerdings keine bestimmten Zulassungsnormen für diese Ausrüstung vor. Ein Motorradfahrer kann sich somit gesetzeskonform kleiden, obwohl seine Kleidung nicht speziell für das Motorradfahren konzipiert wurde. Bei einem Sturz bietet diese jedoch weniger Schutz, warnt die AWSR.

Der Studie zufolge sind Hosen und Stiefel am seltensten speziell für das Motorradfahren zertifiziert. Der Grund dafür dürfte laut AWSR darin liegen, dass sie im Alltag weniger praktisch sind als eine Motorradjacke, die nach der Ankunft am Ziel einfach ausgezogen werden kann.

Die wallonische Agentur für Verkehrssicherheit startet deshalb eine neue Kampagne. Sie will Motorradfahrer daran erinnern, wie wichtig eine vollständige und geeignete Schutzausrüstung ist. Diese könne das Verletzungsrisiko um bis zu 50 Prozent senken.

Bei jedem zweiten tödlichen Unfall mit einem Motorradfahrer spielen Verletzungen durch einen Aufprall auf Brustkorb, Wirbelsäule oder Bauch eine Rolle. Im vergangenen Jahr wurden in der Wallonie fast 950 Unfälle mit Personenschaden registriert, an denen Motorradfahrer beteiligt waren. Dabei gab es knapp 1.000 Opfer, 30 Menschen kamen ums Leben. (belga/rt)

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