Die neue Hochspannungsverbindung soll auf 82 Kilometern Zeebrugge an der Nordseeküste mit Avelgem verbinden. Rund 60 Kilometer sind als Freileitung vorgesehen. Hinzu kommen Erdkabel, neue Übergangsstationen sowie der Ausbau und die Anpassung bestehender Anlagen. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Etappen und werden sich über Jahre erstrecken. Einzelne Abschnitte, darunter eine neue 380-Kilovolt-Freileitung entlang der E403, sollen erst Anfang 2027 in Angriff genommen werden.
Widerstand hält an
Vor allem die geplanten Freileitungen sorgen in Flandern für erheblichen Widerstand – ähnlich wie beim wallonischen Hochspannungsprojekt „Boucle du Hainaut“. Gegen die Umweltgenehmigung für Ventilus laufen weiterhin Dutzende Einsprüche, darunter von mehreren Gemeinden. Da diese keine aufschiebende Wirkung haben, kann Elia dennoch mit den Arbeiten beginnen.
Parallel läuft ein Verfahren vor dem Staatsrat gegen den Raumordnungsplan für Ventilus. Am 16. September wird dort verhandelt, eine Entscheidung wird im Oktober erwartet.
Die Gegner weisen darauf hin, dass Elia zunächst mit einem weniger umstrittenen Teil des Projekts beginnt. „Sie beginnen mit der Verstärkung der bestehenden Leitung“, sagt Bart Dochy, Bürgermeister von Ledegem. Mit dem Bau neuer Hochspannungsmasten werde Elia vermutlich zunächst weitere Entscheidungen in den laufenden Verfahren abwarten.
Mit Ventilus soll vorwiegend Strom, der von Windkraftanlagen in der Nordsee produziert wird, besser ins Landesinnere transportiert werden können. Die vollständige Hochspannungsverbindung soll nach derzeitiger Planung 2030 oder 2031 in Betrieb gehen. (belga/calü)

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