Der leblose Körper wurde gegen 11 Uhr in einem Waldstück in Onhaye entdeckt. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Ermittlern sprechen mehrere am Fundort festgestellte Elemente dafür, dass es sich um Tyméo handelt. Dazu zählen neben dem Fundort auch die Kleidung und weitere Merkmale.
„Es gibt kein anderes vermisstes Kind in der Region“, sagte David Rimaux von der Vermisstenstelle der föderalen Polizei gegenüber der Nachrichtenagentur Belga. „Auch verschiedene Elemente der Ermittlungen lassen uns vermuten, dass es sich um Tyméo handeln könnte, insbesondere die Kleidung des Kindes und bestimmte Beschreibungsmerkmale, die übereinstimmen könnten.“
Die Leiche befindet sich demnach bereits in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand. Der Tod könnte mehrere Tage oder sogar Wochen zurückliegen. Eine Autopsie soll am Dienstag Klarheit über die Identität und die Todesursache bringen.
Neuer Hinweis führte die Ermittler zum Fundort
Entscheidend für den Fund war offenbar eine neue Zeugenaussage. Die Leiche lag an einer nur schwer zugänglichen Böschung, die von Brombeersträuchern und anderem Bewuchs bedeckt ist. Das Waldstück befindet sich entlang der N97 und rund zwei Kilometer Luftlinie vom Fußballplatz in Onhaye entfernt. Dort war am 28. Juni das Auto von Tyméos Vater Bryan Brigou entdeckt worden.
Der Bereich, in dem die Leiche nun gefunden wurde, war zuvor noch nicht durchsucht worden. „Eine von einem Ermittler eingeholte Zeugenaussage hat uns am Montag einen genaueren Hinweis geliefert, der uns zu dem Ort führte, an dem sich die Leiche befand“, erklärte David Demaude, Direktor der föderalen Kriminalpolizei Namur.

Das Gebiet sei zuvor zwar bereits mit einem Hubschrauber überflogen worden, am Boden habe man dort jedoch noch nicht gesucht. „Es ist sehr schwierig, sich dort zu Fuß fortzubewegen, und es gibt keinen Weg“, erklärte Demaude. Nun werde zunächst das betreffende Gelände gründlich untersucht. Anschließend solle der Suchradius schrittweise ausgeweitet werden.
Die Suchaktionen dauerten am Montag bis zum Einbruch der Dunkelheit und sollen am Dienstagmorgen fortgesetzt werden.
Ermittler schließen derzeit keine Möglichkeit aus
Wie der Junge ums Leben kam, ist bislang völlig offen. Die Ermittler prüfen nach eigenen Angaben sämtliche Möglichkeiten – von einer Straftat über ein tragisches Geschehen bis hin zu einem Unfall.
Parallel dazu konzentriert sich die Suche zunehmend auf Tyméos Vater Bryan Brigou. Der 29-Jährige aus Yvoir (Provinz Namur) war gemeinsam mit seinem Sohn verschwunden und wird seitdem gesucht. Die Ermittler hoffen weiterhin, ihn lebend zu finden.

Brigou war 2024 nach einer Schlägerei zu einer 30-monatigen Haftstrafe unter elektronischer Überwachung verurteilt worden. Angehörige hatten gegenüber verschiedenen Medien zudem von möglichen Verbindungen ins Drogenmilieu und Schulden gesprochen. Die Staatsanwaltschaft von Namur hat diese Angaben jedoch nicht bestätigt. Ebenfalls nicht bestätigt wurden Gerüchte, wonach persönliche Gegenstände des 29-Jährigen in der Nähe der am Montag gefundenen Leiche entdeckt worden seien.
Rund 20 Ermittler arbeiten nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit dem Verschwinden von Vater und Sohn kontinuierlich an dem Fall. Noch gebe es keine Erkenntnisse, die eine bestimmte Hypothese wahrscheinlicher machten als eine andere.
„Wir hoffen natürlich, dass die Ermittlungen, die Autopsie und die neuen Suchaktionen uns weiterbringen werden – ebenso wie mögliche neue Zeugenaussagen“, sagte der Prokurator des Königs, Etienne Gaublomme.
Personen, die Hinweise zum Fall geben können, werden gebeten, sich unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/30.300 oder per E-Mail an avisderecherche@police.belgium.eu bei den Ermittlern zu melden. (belga/calü)

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