KBS, Bürgerfonds Ostbelgien und GE-Media richten Solidaritätsfonds ein: Hilfe für das einzigartige Naturerbe

<p>Der Großbrand hat im Hohen Venn bereits rund 3.000 Hektar Natur zerstört. Ein neu eingerichteter Solidaritätsfonds soll dazu beitragen, das schwer getroffene Naturgebiet mittel- und langfristig wiederherzustellen.</p>
Der Großbrand hat im Hohen Venn bereits rund 3.000 Hektar Natur zerstört. Ein neu eingerichteter Solidaritätsfonds soll dazu beitragen, das schwer getroffene Naturgebiet mittel- und langfristig wiederherzustellen. | Foto: belga

Angesichts des Großbrands, der derzeit im Hohen Venn wütet, richten die König-Baudouin-Stiftung (KBS) und der Bürgerfonds Ostbelgien gemeinsam mit GE-Media, der Dachmarke, die unter anderem hinter dem GrenzEcho, Wochenspiegel, Kurierjournal und Radio Contact Ostbelgien Now steht, einen Solidaritätsfonds ein. Die gesammelten Spenden sollen der Wiederherstellung des schwer getroffenen Naturgebiets zugutekommen. Privatpersonen, aber auch Unternehmen und Organisationen können sich an der Initiative beteiligen.

Das Feuer hat im Hohen Venn erhebliche Schäden angerichtet. Rund 3.000 Hektar sind den Flammen zum aktuellen Zeitpunkt zum Opfer gefallen. Das Hohe Venn zählt zum wertvollsten Naturerbe Belgiens und verfügt über eine große biologische Vielfalt. Neben zahlreichen Pflanzen- und Tierarten beherbergt das Gebiet Moore, die eine wichtige Rolle bei der Kohlenstoffspeicherung, der Wasserregulierung und der Abschwächung der Folgen des Klimawandels spielen. „Über die sichtbaren Schäden hinaus ist dieses einzigartige Ökosystem, das im Laufe der Jahrtausende entstanden und für die Artenvielfalt unverzichtbar ist, geschwächt oder zerstört worden“, heißt es seitens der KBS.

Mit dem Fonds wollen die Initiatoren – wie schon nach der Flutkatastrophe im Jahr 2021 – die Solidarität bündeln und einen transparenten Rahmen für Spenden schaffen. Die Mittel aus dem Solidaritätsfonds „Brand im Hohen Venn“ sollen insbesondere für künftige Maßnahmen zur ökologischen Wiederherstellung des Naturgebiets und zur Sanierung der Infrastruktur eingesetzt werden. „Der Fonds dient wirklich dazu, das Venn mittel- und langfristig wieder aufzubauen“, präzisiert Freddy Genten, der ostbelgische Koordinator der KBS. Dabei soll mit Organisationen, darunter die wallonische Forstverwaltung und das Naturparkzentrum Botrange und zahlreiche VoGs, zusammengearbeitet werden, die seit Langem in den Bereichen Umwelt und Biodiversität tätig sind.

Das Geld könnte beispielsweise bei der Wiederherstellung der Stege im Naturschutzgebiet oder beim Stewards-Programm, das eigentlich zum Ende des Jahres auslaufen sollte, weil die Finanzierung gestrichen werden sollte, zum Einsatz kommen. In Bezug auf Letzteres merkt Genten an: „In meinen Augen ist dieses Programm lebenswichtig für das Hohe Venn.“ Insgesamt gehe es darum, „dabei zu helfen, dieses einzigartige Naturerbe, das wir hier haben, so schnell wie möglich wieder aufzubauen“. Das Geld soll dabei ausschließlich der Natur zugutekommen. „Alles, was die Bekämpfung des Feuers und die Entschädigung der Landwirte, die da stunden- und tagelang gearbeitet haben, betrifft, muss der Staat in die Hand nehmen“, so Genten.

Der Solidaritätsfonds wurde innerhalb von zwei Tagen auf die Beine gestellt, wie David Schmitz, Marketingleiter bei GE-Media, erklärt. „Ich dachte mir: Wir müssen schnell etwas unternehmen. Es sind so viele Leute, Tiere und nicht zuletzt die Natur betroffen“, so David Schmitz. Die Idee ist es, die Reichweite von GrenzEcho und Co. zu nutzen, um möglichst viele Spenden zu sammeln und „etwas Gutes zu tun“. Bereits bei der Flutkatastrophe vor fünf Jahren, die der Eupener Unterstadt zum Verhängnis wurde, wurde ebenfalls ein Solidaritätsfonds eröffnet. Dabei war laut Schmitz ein „ordentliches Sümmchen“ zusammengekommen. Gleiches soll nun auch für das Hohe Venn geschehen.

Ein seriöser Spendenaufruf könne nicht einfach so gemacht werden, führt der GE-Media-Marketingchef aus. Durch den guten Kontakt zu Freddy Genten und der KBS war schnell der richtige Ansprechpartner mit der notwendigen Erfahrung gefunden. Einen Anruf später setzte Genten die richtigen Hebel in Bewegung, sodass der Fonds am Mittwochmorgen an den Start gehen konnte.

Hinter verwüsteten Landschaften verbergen sich einzigartige Ökosysteme.

„Wenn das Hohe Venn brennt, ist ein Teil unseres gemeinsamen Naturerbes betroffen. Hinter den verwüsteten Landschaften verbergen sich einzigartige Ökosysteme, die für die Artenvielfalt und das ökologische Gleichgewicht unseres Landes unverzichtbar sind. Die Wiederherstellung eines solchen Gebiets erfordert Zeit, Mittel und gemeinsames Engagement. Mit diesem Solidaritätsfonds möchten wir jedem die Möglichkeit geben, konkret zur Wiederherstellung dieses außergewöhnlichen Naturerbes beizutragen – für heute und für künftige Generationen“, erklärt Brieuc Van Damme, Geschäftsführer der KBS.

Die Initiative knüpft nach Angaben der Organisatoren an das bestehende Engagement der KBS und des Bürgerfonds Ostbelgien für Klima, Umwelt und Biodiversität an. Beide unterstützen im Rahmen eines eigenen Programms Projekte zum Schutz und zur Wiederherstellung von Ökosystemen, Anpassung an die Folgen des Klimawandels und Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Naturerbes. „Dieser Bereich ist mittlerweile eine Säule der König-Baudouin-Stiftung“, so Freddy Genten. Als andere nennt er unter anderem Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit.

„Unser Ziel ist es, möglichst viele Spenden zu sammeln, um helfen zu können“, stellt David Schmitz abschließend klar.

So können Sie spenden:

Wer den Solidaritätsfonds „Brand im Hohen Venn“ unterstützen möchte, kann über die Online-Spendenplattform der KBS oder per Überweisung spenden.

Online-Spende: donate.kbs-frb.be

Spende per Überweisung: König-Baudouin-Stiftung, IBAN: BE10 0000 0000 0404

Verwendungszweck: 623/4102/10079

Für Spenden ab 40 Euro wird eine Steuerbescheinigung ausgestellt.

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