Das ständige Abbauen von persönlichen Kontakten und das zunehmend alternativlose Verlagern auf Online-Prozeduren in allen Bereichen ist ein Phänomen, das in persönlichen Gesprächen extrem oft zur Sprache kommt. Es wird oft als überfordernd, aufgezwungen und nervig empfunden. Vielen, nicht nur älteren Menschen, fehlt ein kurzes Gespräch, ein freundlicher Blick oder eine verständnisvolle Begleitung bei allerlei Verrichtungen. Mir fällt auf, dass bei dem recht massiven Unmut diese Entwicklung wenig öffentlich thematisiert oder angeprangert wird. Von daher bin ich Herrn Packbier sehr dankbar für seinen ausgewogenen Leserbrief. Trauen wir uns nicht mehr zu sagen, wie wir uns fühlen, oder wie wichtig und wertvoll uns menschliche Begegnung ist? Resignieren wir, weil wir fürchten, als „von gestern“ abgestempelt zu werden? Scheuen wir den Vorwurf, null Ahnung zu haben von der inzwischen scheinbar als absolut geltenden Priorität der Wirtschaftlichkeit? Fehlt es uns vielleicht einfach an Mut und Initiativen zum Gegensteuern oder Einfordern von ausgleichenden Lösungen? Natürlich bringen Online-Systeme wertvolle Erleichterungen, die ich selbst in gewissem Maße gerne in Anspruch nehme. Aber mir graut es vor einer Gesellschaft, in der Menschen zunehmend von Geräten und KI ersetzt werden und in der Begegnungen in Clubs oder in therapeutische Kreise verlagert werden. Daher schließe ich mich gerne der Anerkennung von Herrn Packbier an für alle Einrichtungen, in denen Kontakte gepflegt werden, und freue mich an den täglichen, unscheinbaren, aber wesentlichen Begegnungen beim Einkaufen, Spazieren oder im Treppenhaus, die das Leben reich und bunt machen.
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