„Oliviers Tod erschüttert die gesamte Brüsseler Feuerwehr und die große Familie der Feuerwehrleute zutiefst“, erklärte Feuerwehrsprecher Walter Derieuw. Die Feuerwehr sprach der Familie, den Angehörigen und Kollegen ihr Mitgefühl aus. Zugleich dankte sie für die zahlreichen Zeichen der Anteilnahme, Solidarität und Unterstützung.
Im Video: Aufnahmen vom Gebäude am Treurenberg im Zentrum von Brüssel nach den beiden Explosionen am Freitag.
Bei dem Unglück wurden außerdem ein weiterer Feuerwehrmann sowie zwei Mitarbeiter des Energieversorgers Sibelga schwer verletzt. Ihnen wünschte die Feuerwehr eine schnelle und vollständige Genesung. Zu dem Unglück war es am Freitagvormittag im Gebäude des Einheitlichen Abwicklungsausschusses (Single Resolution Board, SRB) am Treurenberg unweit des Brüsseler Zentralbahnhofs gekommen. Bei Arbeiten hatte ein Unternehmen versehentlich eine Niederdruck-Gasleitung beschädigt. Rund 100 Menschen wurden daraufhin aus dem Gebäude evakuiert und ein Sicherheitsbereich eingerichtet. Während Feuerwehr und Sibelga im Gebäude im Einsatz waren, ereigneten sich zwei Explosionen. Nach Angaben von Sibelga fanden diese nicht unmittelbar an der beschädigten Leitung statt. Offenbar hatte sich noch Gas im Inneren des Gebäudes befunden. Inzwischen ist die Gasversorgung nach Angaben der Behörden unter Kontrolle. Es werde allerdings weiterhin überprüft, ob sich irgendwo im Gebäude noch Gas angesammelt habe.
Das Brüsseler Arbeitsauditorat hat Ermittlungen aufgenommen. Eine erste Untersuchung der Gebäudestabilität ergab demnach keine Gefahr eines Einsturzes oder herabfallender Gebäudeteile auf den öffentlichen Raum. Für Samstag ist eine weitere Untersuchung im Inneren des Gebäudes vorgesehen. Dabei soll auch ein auf Brände und Explosionen spezialisierter Sachverständiger zum Einsatz kommen. Zudem wurde eine Autopsie des verstorbenen Feuerwehrmanns angeordnet. Zahlreiche Vertreter aus Politik und Rettungsdiensten würdigten Francotte. Innenminister Bernard Quintin (MR) sprach von „tiefer Trauer“ und kondolierte der Familie sowie der gesamten Feuerwehr. Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) erinnerte daran, dass Einsatzkräfte Tag und Nacht anderen Menschen zu Hilfe kämen und dabei mitunter ihr eigenes Leben riskierten. Auch Brüssels Bürgermeister Philippe Close (PS) sprach von einer Tragödie. Francotte habe sein Leben verloren, während er versucht habe, das Leben anderer zu schützen. (belga/sc)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren